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Ein Überblick über die Schleppschiffahrt in Deutschland

Mit dieser Seite soll versucht werden, die deutschen Unternehmen, die in der Schlepp– bzw. Bugsier–Schiffahrt tätig sind,
grob vorzustellen auch die " Ehemaligen " werden kurz vorgestellt ......

An overview of the towage in Germany on the basis of table flags of towing companies - current and extinct .....



"Bugsier" + Schuchmann, Hamburg Flaggen der Bugsier / Schuchmann–Gruppe

Die wohl bekannteste Schlepp–, Bugsier– und Bergungs–Reederei ist wohl die " BUGSIER " ....... Die Namen BUGSIER und SCHUCHMANN sind dabei untrennbar voneinander.

Fimmo Wilhelm Schuchmann aus Neuharlingersiel gründete 1884 im Alter von 26 Jahren sein eigenes Unternehmen. Das entwickelte sich gut und bereits 1920 erwarb Schuchmann die zwei Bergungsschlepper SEELÖWE und SEEMÖWE mit denen er in dieses Segment eintrat.
1926 erwarb Schuchmann in einer Art " feindlicher Übernahme " die Aktienmajorität an der 1866 von einigen Hamburger Segelschiffreedern gegründeten Aktiengesellschaft " Vereinigte Bugsir–Dampfschiff–Gesellschaft ". ( Diese wurde mehrfach umbenannt, bis sie schließlich ab 6.11.1895 den heutigen Namen " BUGSIER Reederei– und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG erhielt. Sohn Behrend Schuchmann wurde später Bugsier-Geschäftsführer, nachdem sich Wilhelm 68jährig aus dem Geschäft zurück zog.
Der Firmenmantel Schuchmann blieb bis 2004 erhalten. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde er auf die Bugsier verschmolzen.

Ihre Glanzzeit erlebte die BUGSIER ab Mitte der 1960er Jahre bis Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Rund um den Erdball waren " Bergungsstationen " mit Schleppern der Bugsier besetzt – Namen wie ATLAS, HEROS, OCEANIC, ARCTIC, PACIFIC, ATLANTIC, TITAN oder HERMES sind Schlepper-Legenden geworden. Elegant im Bau ( gegen die heutigen " Bullen ") und konkurrenzlos in der Welt, bis – ja, bis die Niederländer etwas anders machten und der Bugsier die Spitzenposition nahmen.......
( Wer in Erinnerungen an die " alten Bergerzeiten " schwelgen mag, möge sich in der Buchhandlung die Erlebnisberichte von Bergungsinspektor Kapt. Norbert Clasen kaufen )





Ebenso bekannt und traditionsreich die FAIRPLAY Schleppdampfschiffs–Reederei Richard Borchard GmbH ( neudeutsch auch FAIRPLAY–Towage genannt ) – wie die Bugsier in Hamburg beheimatet .......

Die Keimzelle der Fairplay liegt in der Stauerei Carl Tiedemann ( daher die Ähnlichkeiten der Flagge ), die im Jahre 1905 die Schleppschiffahrt ausgliederte und an den Geschäftsführer Richard Borchard abgab.
Die Borchard's waren jüdischen Glaubens, was sich in der Zeit von 1938 bis 1945 stark negativ für die Familie auswirkte.........
Dessen ungeachtet entwickelte sich das Geschäft über die 100 Jahre seines Bestehens hervorragend. Fairplay zählt heute zur " Bundesliga der Schleppbetriebe ". Neben dem Standort Hamburg wurde gleich nach der " politischen Neuordnung " in Rostock eine Niederlassung gegründet und im Jahre 1993 die zwischenzeitlich in die Insolvent gegangene ehemalige VEB Bagger– Bugsier– und Bergungs–Reederei übernommen und als BBB Schlepp– und Hafendienst GmbH an der Küste MeckPoms fest etabliert.
Auch in Rotterdam, Antwerpen und Szczecin wurden Gesellschaften gegründet.
1959 wurde die in Schwierigkeiten geratene Hamburger Schiffswerft Theodor Buchmann, ein Schlepper–Spezialist, übernommen.
Fairplay ist auch Mitglied der ARGE Küstenschutz und stellte zunächst in der Ostsee mit FAIRPLAY 25 und 26 die Notfallschlepper. ( in der Nordsee tat das die Bugsier mit BMS OCEANIC )
Nun, Ende 2010, sind die neuen Notfallschlepper BALTIC in der Ostsee und NORDIC in der Nordsee im Einsatz und werden von der ARGE – bestehend aus BURGSIER, FAIRPLAY und URAG – bereedert. Sie wurden zunächst auf 10 Jahre fest vom Bundesministerium für Verkehr gechartert, mit Option für weitere Zeiträume.






Petersen & Alpers / "Neue Schlepp" Flagge von Petersen & Alpers und " Neue Schlepp " Hamburg

Petersen & Alpers dürfte wohl das bei weitem älteste Schlepp– und Bugsier–Unternehmen am Standort Hamburg sein.
1793 Gründervater dieses Betriebes war Michael Petersen, der am 06.09. seinen Bürgereid als Schiffer ablegte und gleichzeitig sein eigenes Unternehmen gründete.
1818 Johann Michael Petersen setzt das Unternehmen in zweiter Generation fort und arbeitet mit Andreas Heinrich Alpers zusammen.
1859 Aber erst in diesem Jahr gründete Jan Petersen das Kontor Petersen & Alpers.
1913 Am 1. Januar wird Schwiegersohn W. Th. Stratmann Alleininhaber von P & A. die zu diesem Zeitpunkt 17 Schlepper disponieren.
1945 Der von der Besatzungsmacht geforderten Tug Union gehört P & A mit 12 Schleppern an.
1960 Am 1. Januar tritt P & A als Teilhaber in die Atlantic–Rhederei F. & W. Joch ein.
1968 6. September – 175jähriges Firmenjubiläum von Petersen & Alpers.
1971 Am 20. Juni tritt P & A mit MS "HAMBURG" in die Hochsee–Schleppschifffahrt ein.
1974 Am 17. Dezember kommt MS "PETER" als erster Schottelschlepper für P & A in Fahrt. Nach dem neuen Konzept des so genannten Traktorschleppers kommen im Laufe der folgenden Jahre acht Schlepper für P & A in Fahrt.
1996 Am 16. Oktober wird in Klaipeda/Litauen die " TOW MAR Towage–Marine Assistance " (aktuelle TOWMAR BALTIC UAB) von der Atlantic Rhederei ( Tochtergesellschaft von P & A ) und der "Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer" – ebenfalls in Hamburg ansässig – gegründet, um Schiffsassistenz und damit verbundene Dienstleitungen in Klaipeda und in der Ostsee anzubieten.
Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co. KG ein langer Name und ein alter Name zugleich......
Jean Louis Meyer' ( *6.7.1872 ) Tante war mit Jan Petersen – ( später Alleininhaber von Petersen & Alpers ) verheiratet und sein Vater Schiffsfüher bei dieser Schleppreederei........ auch Jean Louis begann, von See kommend, dort als Schlepperkapitän. Das Verhätnis war so, daß man auch zu gleichen Teilen einen Schlepper finanzierte und sich an Gemeinschaftsunternehmen beteiligte.
Nach des Vater's Tod zog es Jean Louis Meyer doch vor, sein Erbteil dazu zu verwenden im Jahre 1907 seinen eigenen Betrieb zu gründen, den mit dem langen Namen .......
Die Firma war nie sehr groß – wie man so sagt " Klein, aber fein "
Im Jubiläumsjahr 2007 werden in Hamburg einer und in Kaipeda und St. Petersburg neun moderne Schlepper beschäftigt ........




.....auch die URAG ist ein Bugsierunternehmen mit langer Tradition, allerdings im westlich gelegenen Nachbar-Revier, auf der Weser zu Hause.
Das Unternehmen wurde 1890 unter dem Namen " Schleppschifffahrts–Gesellschaft Unterweser " ( SGUW ) von Bremer Kaufleuten gegründet. Zu dieser Zeit wurde aufgrund des Zollanschlusses der Hansestadt Bremen und der im Gange befindlichen Begradigung der Weser ein lebhafter Anstieg des Schiffsverkehrs und der damit verbundenen Schleppschifffahrt erwartet.
Nach Ende des 1. Weltkrieges ( 1918 ) kaufte die " Metallgesellschaft " aus Frankfurt/Main erste Aktien der " SGUW ". Bereits nach einem Jahr besaß sie die Aktienmehrheit, sagte aber zu, daß der " bremische Charakter " der Reederei unverändert erhalten bleiben sollte.
Um das Ausweiten des Geschäfts über die Schleppschifffahrt hinaus zu dokumentieren, wurde die Gesellschaft 1922 in "Unterweser Reederei Aktiengesellschaft ", mit der auch heute noch bekannten Kurzform URAG, umbenannt.
Die " Metallgesellschaft " übertrug 1989 ihren 1OO%igen Anteil an der URAG auf die Tochtergesellschaft Lehnkering Montan Transport AG.
Hier kommt Hapag-Lloyd AG ins Spiel, die über Fusion in 1970 von Norddeutscher Lloyd, Bremen und Hapag, Hamburg entstand und dadurch in den Besitz von zwei Schlepp– und Bugsier– Unternehmen kam, nämlich Transport und Service des NDL und Lütgens & Reimers von der Hapag.

1994 zog sich Hapag Lloyd komplett aus dem Schiffsassistenzgeschäft ( Schleppreederei ) zurück und stellte ihre Töchter T&S–Transport & Service ( Bremerhaven ) und Lütgens & Reimers (Hamburg) zum Verkauf.


"Deutsche" Boluda–Gruppe
große Gruppe, kleine Flagge... Flaggen der deutschen Boluda–Schleppreedereien
Die Verhandlungen über die prozentualen Anteile der potentiellen Neu–Eigner zogen sich länger hin, bis das Kartellamt seinen Spruch fällte. Danach sollten zunächst je 40 % an BUGSIER und URAG gehen und 20 % an die MIDGARD (Rhenus–Gruppe). Die MIDGARD zeigte aber kein grosses Interesse so daß ein anderer Modus gefunden werden musste. Zunächst gingen dann 80 % der T&S–Anteile an die BUGSIER und 20 % an die URAG. Beim Verkauf von L&R war es dann umgekehrt – 80 % an die URAG und 20 % an die BUGSIER.
Es kam später zu einem Ausgleich der T&S und L&R–Anteile, in dem Lütgens & Reimers eine 100 %ige Tochter der URAG wurde und T&S zu 100 % kompl. auf die Bugsier fusioniert wurde.

Die Duisburger Lehnkering AG wurde 1998 durch Fusion mit der VTG ein Unternehmen der PREUSSAG und Teil der Hamburger Hapag-Lloyd AG – mit ihr also auch die URAG und Teile der zuvor von Hapag–Loyd verkauften Schlepp–Aktivitäten.......

Im Jahre 2001 schliesslich verkaufte Hapag-Lloyd AG URAG / Lütgens & Reimers und damit die Schlepp–und Bugsier–Aktivitäten in Bremen/Bremerhaven/ Wilhelmshaven und Hamburg an die Buxtehuder Linnhoff–Schiffahrt des Industriellen Klaus Thesenfitz (Lintec).
( Zu diesem " Paket " gehörten u. a. auch die WIKING–Helikopter GmbH die u. a. Lotsenversetzung aus der Luft betreibt, der Lotsbetrieb in Mecklenburg–Vorpommern, die RF–Forschungsschiffahrt und andere Unternehmen.)

Im Frühjahr 2017 kam es zu einem neuerlichen Besitzerwechsel von URAG und Lütgens & Reimers.
Der spanische Schlepp–Reeder Vicente Boluda (*31.3.1955) kaufte für seine Boluda Corporation Maritima von Klaus Thesenfitz die URAG und L&R, nachdem diese beiden Firmen in den letzten beiden Jahren hohe sechsstellige Verluste eingefahren hatten. Grund hierfür soll wohl der ruinöse Wettbewerb insbesondere mit der niederländischen KOTUG–Gruppe gewesen sein.
Boluda –gegründet 1920– focusierte in den 80er Jahren das Geschäft auf die Schleppschiffahrt. In Westafrika/Madagarkar, Süd/Mittelamerika sowie Westeuropa betreibt die Gruppe eine Flotte von ca. 250 (!) Assistenzschleppern von 5 bis 100 t Pfahlzug.
Durch diesen Deal ist Boluda nun auch in den Nordseehäfen aktiv. Frage ist, ob er es aufgrund seines knowhows schafft, gegen die deutsche und die internationale Konkurrenz kostendeckend fahren zu können, ohne daß es für die deutschen Traditionsunternehmen und ihre Mitarbeiter zu Einschnitten kommt.





" Die Emder Schlepper–Scene " Flaggen der Emder Schleppreeder

Noch weiter westlich gelegen, im Revier Ems–Dollart ist eine Gruppe von Schlepp–, und Assistenz–Schiffahrtsunternehmen zu Hause, die unter einem Dach gebündelt wurde .... dem Dach der Emder Schlepp-Betrieb GmbH ......
Johs. Fritzen & Söhne, ( 1923 – 1979 ) war dem Grunde nach eine , wie wir heute sagen würden, Bulk-Reederei mit einer wechselvollen Geschichte.
Im Zweiten Weltkrieg ging die gesamte Flotte verloren und, schlimmer noch, zwei Söhne Fritzen's kehrten nicht aus dem Kriege heim ......
Neben der Seereederei wurde ab 1955 in Emden ein Bugsierbetrieb unterhalten, dem ein Stauerei– und Lagerbetrieb angeschlossen war. Auf der Ems wurde Schleppschiffahrt betrieben und über Tochterfirmen Treibstoff– und Mineralöl–Großhandel.
Ab Ende der 70er Jahre wurde die seit 1964 zur Schweizer Thyssen-Bornemisza-Gruppe gehörende Reederei in die Schweiz verlagert und aufgelöst. Der Firmenmantel und die Schlepperei kamen unter das Dach der dominanten Emder Bugsierreederei P. W. Wessels Wwe.
Die ESAG–Ems Schlepper AG wurde 1924 in das Handelsregister eingetragen. Gründer dieser Schleppreederei waren die Bugsier GmbH, Hamburg mit 30 %, Frachtcontor GmbH, Hamburg mit 25 %, die W.T.A.G. mit 24 %, die Lehnkering AG, Duisburg mit 14 % und die EVAG mit 7 %. Die Dortmunder Wilhelm Hemsoth GmbH war kurzzeitig ebenfalls an der Gründung beteiligt, stieg aber bereits nach kurzer Zeit wieder aus dem Konsortium aus.
Haupt-Anteilseigner der ESAG sind nun aktuell die BUGSIER und die URAG. Die EVAG hält eine Minderheitsbeteiligung. BUGSIER und URAG stellen die Geschäftsleitung und halten das schlepperlose Unternehmen für zu erwartende Aufgaben am Dollart in Bereitschaft.. Es kommen dann Schlepper von der Weser und der Elbe herüber ( oder auch in Charter von Wagenborg aus Delfzijl ) – so etwa z. B. auch zur Meyer-Werft.
1994 kam es zu einer Neuordnung im Emder Hafen insofern, als der ESB – Emder Schlepp–Betrieb unter Federführung der Schleppschifffahrtsfirma P.W. Wessels gegründet wurde. Hier kam es zunächst zur Zusammenfassung der verbliebenen Schlepper von Fritzen, ESAG und Wessels. Die Fritzen– und ESAG–Schlepper wurden um die Jahrtausendwende veräussert. Die verbliebenen 4 Wessels–Schlepper reichen aus, um den Hafen Emden zu bedienen.
E.S.B. – der Firmenname ist Programm : Effizienz. Sicherheit. Bereitschaft.
Der Seemann Peter Wiechelmann Wessels ließ 1859 seinen Schleppbetrieb eintragen, wenngleich er schon einige Jahre mit seinem Dampftrawler "Primus" selbständig war. P.W. Wessels fuhr auf See, während seine Frau zu Hause einen Handel mit Fisch und Gemüse betrieb.
Die Hafenschlepper wurden zwischen 1968 und 1970 erneuert und Wessels setzte mit MS GERRIT WESSELS und CHARLOTTE WESSELS zwei 2.550 PS-Neubauten in Fahrt, die sowohl für Offshore–Arbeiten wie auch für Seeverschleppungen geeignet waren. Es gab Zeiten, da waren die Wessels-Schlepper, wie die von Bugsier und anderen namhaften Schlepp-Reedereien weltweit im Einsatz. Bei Alaska und Nord-Amerika, in der Caraibic und vor Westafrika sah man die großen Wessels-Schlepper ebenso wie im Golf.
P. W. Wessels, heute geführt von Kapt. Frank Wessels blieb das führende Bugsier–Unternehmen in Emden und Führungsstelle der ESB......




Nach Osten gerichtet sind natürlich gleichfalls Bugsier– und Schlepp–Reedereien von Nöten und ansässig ...... so an der Schnittstelle Kiel–Canal / Elbe, die Hans Schramm & Sohn GmbH & Co. KG in Brunsbüttel, 1926 vom 23jährigen Hans Schramm gegründet.
Mit dem Schleppgeschäft beschäftigte sich die junge Firma ab etwa Ende der 30er Jahre mit dem 100–PS–Schlepper MÖWE. Nachdem Schramm gezwungen wurde auch für die Wehrmacht tätig zu sein, reichte MÖWE nicht mehr aus und WILLI und FALKE mit 250 bzw. 300 PS kamen hinzu.
Helmut Schramm, Hans Schramm's Sohn übernahm 1972 die Geschäftsführung der nunmehr als K.G. eingetragenen Firma. Zum 75jährigen im Jahre 2001 verfügt Schramm neben seiner Schlepper–Flotte, über Pontons, einen Schwimmkran und beschäftigt sich mit Ölbekämpfung und ist an Hafenbetrieben beteiligt. ( " schwimmendes" Equipment : 27 Wasserfahrzeugen – Schlepper, Boote, Schwimmkran, Ponton, Tanker und Rohölbarge.)
Die Schlepper werden von vielen Unternehmen angefordert, von Werften, von Wasserbauunternehmen usw. und sind somit überwiegend außerhalb des Kiel–Canals beschäftigt.
Auf der anderen Seite des Kiel–Canal ist der Schlepp– und Fährverkehr Kiel, kurz : SFK, im Einsatz, die ehemalige KVAG – Kieler Verkehrs AG. Besonderheit heute sind die kombinierten Fahrgast-Fähr– und Schlepp–Schiffe – ein Novum auf ihrem Sektor.
Die KVAG ist eine Namensgebung aus dieser Zeit zwischen Machtergreifung und Beginn des 2. Weltkrieges. Die KVAG hat ihre Wurzeln in zwei " Altunternehmen ", der 1886 gegründeten NDC – Neue Dampfer Compagnie und der 1905 gegründeten Hafenrundfahrt AG.
Am 29. Dezember 2001 wurde die traditionsreiche KVAG in eine GmbH umgewandelt – die Kieler Verkehrsgesellschaft mbH (KVG). Diese ist nunmehr ausschließlich im Omnibusverkehr tätig. Fördeschifffahrt, Ausflugsfahrten, Charterfahrten und Schleppschifffahrt – das alles bietet seit dem Zeitpunkt in der Landeshauptstadt Kiel die Schlepp– und Fährgesellschaft Kiel mbH, als SFK den Kielern und Butenkielern bekannt. Die SFK besteht seit 1996 und gehörte vorher als Abteilung Schifffahrt zur damaligen Kieler Verkehrs-AG.
Noch einen Tick weiter südöstlich in Lübeck und Travemünde (an der Trave, wie der Name sagt, gelegen), finden wir die Reederei J. Johannsen & Sohn GmbH ein Schleppunternehmen, Hafen–Bugsierbetrieb, Fastmoker und Berger. 1896 wurde das Unternehmen als Ewerführerei und Bugsierbetrieb gegründet und dazu die Dampfbarkasse HENNI und der Schleppdampfer MOEVE erworben.
Im Oktober 2007 trat Michael Schaefer als Vertreter der fünften Generation in die Firmenleitung ein.



.... und dann gab bzw. gibt es die Schlepp– Betriebe die entweder als eng eingegrenzte Spezialisten zu sehen sind, oder aber, die sich als Nischenanbieter einen Namen gemacht haben ....



Die "ehemaligen" Offshore–Schlepp–Reeder Flaggen der ehemaligen Offshore–Schlepp&8211;Reeder

Spezialisten und führend auf ihrem Sektor waren ab den späten 60ern bis Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts – und sicherlich nur im Zusammenhang zu nennen – die Gruppe "DDG HANSA" aus Bremen, die "VTG" aus Hamburg und die 1968 von beiden mitgegründete Vermarktungsgesellschaft für Offshore–Schiffe "OSA – Offshore Supply Association Ltd., in London / Bremen.

Beide Reedereien ließen – sehr zur Freude deutscher Schiffbauer, allen voran Hitzler, Lauenburg, aber auch die Elsflether–Werft, Peters, Wewelsfleth und die GHH – eine große Zahl Versorgungsschiffe und Ankerzieh–Schlepper bauen.

Die Namen der HANSA-"Schlepper" endeten auf –TURM und
die der VTG auf –TOR. Alle Einheiten bekamen dreistellige OSA-Kennungen wie OSA 601 für das Hansa-Schiff MT REMBERTITURM oder das VTG-Schiff " OSA 221 MT HOHENTOR "

Beide Gesellschaften ließen insgesamt je etwa 50 dieser Spezialschiffe bauen und über die OSA weltweit bei der Bohrinsel–Versorgung, also "offshore" einsetzen.

Natürlich drangen auch andere Unternehmen auf diesen Sektor vor, aber " bescheiden ", wie etwa die T&S von Hapag-Lloyd mit etwa 6 Offshore-Schleppern und die URAG mit vier.





.........viele Jahre war es ruhig auf dem Sektor, bis seit ein paar Jahren E.R.–Offshore und Harms Bergung, Transport und Heavylift GmbH & Co. KG mit für heutige Zeiten beachtlichen Flotten mit beachtenswerten Schlepper-Konstruktionen in diesem Segment wieder Fuß fassen konnten .........

Die heutige Harms Bergung, Transport und Heavylift GmbH & Co. KG in Hamburg und Cuxhaven geht auf Ulrich Harms zurück, jenen legendären Geschäftsmann, der ab 1951 basierend auf der 1851 gegründeten Firma " Taucher Beckedorf " in die er peu–a–peu einstieg, Wrackbergung und Verschleppungen anbot. Die ganze Geschichte Harms' liest sich wie ein spannender Roman.......

Während einer Phase schwerer Erkrankung wurde er von seinem eigenen Prokuristen in der Art über den Tisch gezogen, dass dieser sich mit dem Niederländischen Wettbewerber SMIT " verständigte " was zur Gründung der INTERBERGUNG GmbH und später SMIT international ( Deutschland ) führte.

2001 übernahmen die heutigen Geschäftsführer das nieder gegangenen Unternehmen und führten es mit neuen Ideen und unternehmerischem Geschick in die Spitzengruppe der weltweit agierenden Offshore–Reedereien.

Etwa 10 Ankerzieh–Schlepper (AHT) mit Pfahlzugleistungen von 300 (!) Tonnen – mit und ohne A–Bock – kommen weltweit zum Einsatz.

Auch der Hamburger Reeder Erck Rickmers mit seiner E.R.–Schiffahrt hat diesen Geschäfstzweig für sich erschlossen.

E. R.–Offshore startete 2007 mit den drei Second-Hand-PSV "E.R. Kristiansand", E.R. Arendal" und "E.R. Bergen", die vorher unter den Namen "Centaurus", "Aelous" und "Cerberus" für Harms Bergung im Einsatz waren. Aktuell befinden sich für E.R. 11 moderne Plattformversorgungsschiffe (PSV) und 6 Ankerziehschlepper (AHT's) mit Pfahlzugkräften von bis zu 200 Tinnen in Fahrt bzw. sind zur kruzfristiogen Ablieferung im Bau.




.......und dann gibt und gab es die überschaubare Zahl von Anbietern in abgegrenzten Revieren bzw. solche, die in Nischen ihr Auskommen gefunden haben ......




"Taucher" Otto Wulf, Cuxhaven Flagge von "Taucher Wulf" und seiner Halbtochter

Eines der bekanntesten Unternehmen, wenn auch ungleich kleiner als BUGSIER, FAIRPLAY oder URAG, so doch mit einem einprägsamen und hart erarbeiteten Pseudonym ausgestattet – Taucher Wulf – ist das in Cuxhaven ( und Rostock ) ansässige Unternehmen Otto Wulf GmbH & Co., KG.
Otto Wulf gründete 1921 sein Tauch- und Bergungsgeschäft mit einem alten, von der Marine erworbenen Kabelleger – 20 m lang, 5,5 m breit und mit 1 ½ Masten bestückt.

Die Anker von "Nebel– und Sturm–Liegern" hielten oft dem Druck der schweren Seen nicht stand, was besonders im Herbst, im Winter und bei Eislagen zum Bruch der Ketten führte. Dann begann die Arbeit von Otto Wulf.... In der Suche nach verlorenen Ankergeschirren entwickelte er eine besondere Geschicklichkeit und das Glück war ihm sehr oft hold. Das Elbe-Revier war geradezu prädestiniert für diesen Job. Schon bald hatte er sich solch einen Namen erworben, dass er sein erstes "echtes" Bergungsfahrzeug, die erste TAUCHER O. WULF anschaffen konnte.
Gründer Otto Wulf starb 1954 nach langer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Wulf's Söhne, Claus und Hans hatten lange vorher schon die Geschäftsführung übernommen.
In all den Jahren wurden manche spektakuläre Bergungen und Hilfeleistungen erbracht....... so das Freischleppen der Tanker LEXOS und SAXONHILL, Beteiligungen bei den Aktionen um ONDO und FIDES, Bergung des Tankers RIKOS V und auch Feuerlöscharbeiten beim Brand der EVERLEVEL im November 1983 auf der Elbe.
Seit 1981 ist Otto Wulf auch in der Bohrtätigkeit und Oelförderung sowie im Transport des auf der Mittelplate geförderten Rohöles nach Brunsbüttel zur ELF–Raffinerie involviert. Seine Schlepper mussten zu diesem Zweck mit Feuerlöschequipment nachgerüstet werden.
6 Schlepper – TAUCHER O. WULF 3, 4, 5, 6, 8, und 10 sowie die beiden Pontons T.O.W. I und II sind – etwa im Jahre 2006 – im Einsatz und zudem ein Wassertaxi für die Reede– und Lotsendienste.

Über das 2009 zusammen mit der Cuxhavener Reederei Frank Dahl gegründete Tochterunternehmen Wulf Seetransporte GmbH : Co. KG, bietet man ein umfangreiches Leistungsspektrum im Bereich der Planung und der Bauaufsicht von Neubauprojekten sowie in der Bereederung von Spezialschiffen – etwa MS KUGELBAKE – und dem technischen Management an.




Ems Offshore Service GmbH & Co. KG mit Sitz in Leer ist eine kleine, aber feine Spezial–Reederei, die überwiegend Aufträge für die regionale Wirtschaft erledigt.

Im Jahre 1983 von dem umtriebigen Reeder und Kapitän Roelf Briese gegründet, betreibt sie die beiden Schlepper " EMS PULL " und " EMS TUG " sowie die Pontons "EMS PONTON 1" bis "EMS PONTON 7"

Transportiert ( in der Regel mit einem Ponton im Schlepp ) wird alles was schwer und sperrig ist, wie Schiffssektionen, Containerkrane, Genaratoren, Stahlkonstruktionen und zudem alles was " rollfähig" ist.

Geschleppt wird alles, was sich von einem Schlepper ziehen oder schieben lässt..... die eigenen Pontons ebenso wie ganze Schiffe – eben alles, was schwimmt......

Viele Projekte kommen direkt aus der Briese–Gruppe, zu der Hafen–Terminals mit Windkraftanlagen– Kunden in Emden und Papenburg gehören, wie über die eigene OWT–Offshore–Wind–Technologie GmbH.

Der Transport von Windkraftanlagen und Teilen davon (Turmsegmente, Flügel, Maschinenhäuser) stellen im Bereich der westlichen deutschen Hafen- und Wattlandschaft ein enormes Transport–Potenzial.
Einige der wichtigen Hersteller und Windparkbetreiber sind im Bereich westliches Ostfriesland ansässig.

Auch die Werften, allesn voran Meyer, werden mit Komponenten wie Schornsteinen für Kreuzliner etc, mittels Schlepper und Pontons über die Ems beliefert.





Flaggen der SBU, Bremen + Elbclearing, Stade Flagge von SBU, Bremen und Elbclearing, Stade

Bei diesen beiden Unternehmen, SBU – Schleppbetrieb Unterweser GmbH & Co. KG, Bremen und ELBCLEARING GmbH & Co. KG, Stade–Bützfleth handelt es sich um regional zum Einsatz kommende, kleinere Schleppbetriebe.

Der SBU – Schleppbetrieb Unterweser GmbH & Co. KG. war im Ursprung eine Genossenschaft. ..... denn im Jahre 1940 schlossen sich auf der Weser einige Einzelfirmen mit zusammen 12 Schleppfahrzeugen zu einer Genossenschaft zusammen. Das war die Geburtsstunde der " eingetragenen Genossenschaft SBU ". Einer der Köpfe der SBU war Fokko Jelten. Das Tätigkeitsgebiet der Genossen erstreckte sich auf die Unterweser, die Mittelweser und die Oberweser bis Minden sowie die angrenzenden Kanalgebiete und Nebenflüsse. Die Flotte zu jener Zeit bestand aus Dampf– und Motorschleppern von 300 und 500 PS. Erst in 1970 waren die Genossenschaftsbedingungen nicht mehr erfüllt und die SBU wurde in eine GmbH & Co, KG umgewandelt. Gesellschafter waren die beiden Gründungsmitglieder von 1940 – Fokko Jelten und Friedrich Högemann.
In 2010 dürfte die SBU noch mit vier kleinen Schleppern mit Pfahlzügen von max. 10 Tonnen regional in und um Bremen zum Einsatz kommen.

Die ELBCLEARING GmbH & Co. KG, ging am 17. Oktober 1972 aus den Wurzeln der Spedition Bockelmann, sowie den Gesellschaftern der Vereinigten Hamburger Ewerführereien hervor, an deren Reedereiflagge mit den beiden roten Deltas auf weißem Grund die Elbclearing–Flagge angelehnt ist. Aufgabenbereich war zunächst der Umschlag und der Transporte von Explosivstoffen.
Die Tätigkeiten wurden 1975 ausgeweitet auf Agentur – Schiffsassistenz – Festmacherei – Umschlag – Transport – Reede– und Baustellendienst. Im Hafen Stade–Bützfleth und auf der Unterelbe werden rund um die Uhr nahezu alle von den Unternehmen der See– und Binnenschifffahrt benötigten Leistungen angeboten. Mit den ersten Baustofftransporten für den neu entstehenden Industriehafen Stade–Bützfleth, sowie den auf dem Bützflether Sand entstehenden Werken, gewann auch die Seehafendienstleistung immer mehr an Bedeutung.
Nicht uninteressant ist auch die tatsache, daß die Firma Elbnclearing bei der Gründung der Elbe– Humber–RoRo, der heutigen DFDS–Thor–Line, Partner der Deutsche Bahn AG gewesen ist.......



...... und dann gibt es noch eine ganze Anzahl von Hafen– und Reede– Dienstleistern wie Entsorgungsbetriebe, Wasserbau–Unternehmen, kleinere Ewerführereien usw. die zur Bewältigung ihrer Aufgaben auf Schlepper angewiesen sind und selbst den einen oder anderen solchen betreiben ...... Aus einer Vielzahl wahlfrei herausgegriffen diese .....




1931 Am 9. Januar wurde die Firma Karl H. Meyrose vom Ewerführer Baas Karl Heinz Meyrose gegründet. Er führte mit seiner Holzbarkasse "Martha"" kleine Warentransporte mit Schuten auf der Alster durch. Damit begann das Geschäft!
1933 Meyrose kaufte die "Glückauf" um Schlepptransporte anbieten zu können, so wuchs der Betrieb und durch den Ankauf von weiteren Barkassen vergrößerte er sein Unternehmen Stück für Stück.
1954 Am 1. April trat der Sohn, Dieter Meyrose (17) als Lehrling in die Firma ein.
1955 Am 7. Dezember ertrank durch einen tragischen Unfall der Firmengründer Karl Heinz Meyrose im Hamburger Hafen. Dieter Meyrose führte von nun an gemeinsam mit seiner Mutter Hildegard den väterlichen Betrieb erfolgreich weiter.
1962 Seit diesem Jahr ist Dieter Meyrose Alleininhaber. Unter seiner Leitung wurde der Betrieb modernisiert und vergrößert: Barkassen und Schuten wurden in Auftrag gegeben
1969 Zur Unterstützung des Betriebes wurde Herr C.A. Tiedemann als Prokurist in die Firma aufgenommen und bis heute (2017) nimmt er aktiv am Firmengeschehen teil.
1980 Im September tritt der äälteste Sohn Karl Heinz als Hafenschiffer–Lehrling in den Betrieb seines Vaters ein.
1981 Die Firma Karl H. Meyrose konnte mit Kunden und Angestellten ihr 50jähriges Firmenjubiläum im Hotel Ambassador in Hamburg begehen.
1983 "Kalle" Meyrose erhielt sein Hafenpatent.
1985 Nun bestand der Fuhrpark aus stolzen 26 Schuten, 5 Barkassen und einem Motorschlepper. Dazu gehörte u.a. auch die große, schnelle Barkasse "Karin" (nach der Ehefrau benannt), die mehrmals das "blaue Band der Elbe" gewinnen konnte.
1986 Nach seiner Bundeswehrzeit unterstützte er Karl Heinz jr. seinen Vater. Die Firma musste aufgrund der Umstrukturierung des Hafens und dem zunehmenden Containerverkehr angepasst werden. Folglich wurde der erste Truck gekauft, den der Junior noch selbst fuhr. Auch in dieser Abteilung fing man mit einem Lkw an und bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich der Fuhrpark auf 35 Zugmaschinen und weit über 100 Chassis erweitert.
1995 Aufgrund des enormen Zuwachses im Containergeschäft stieg auch der jüngste Sohn Karsten im Oktober zur Unterstützung mit in die Firma ein.
1998 Nach 57 Jahren waren die Räumlichkeiten an der Poggenmühle für das wachsende Unternehmen zu klein geworden. Die Firma Karl H. Meyrose erwarb eigenen Grund und Boden mit einem Bürohaus,Betriebshallen und einer Tankstelle in der Industriestraße in Wilhelmsburg.
2003 Voraus schauend übergab der Firmeninhaber Dieter Meyrose im Januar die Firma an seine beiden Söhne, wobei diese in eine KG umgewandelt wurde. Dieter Meyrose stand seinen Söhnen natürlich weiterhin mit Rat und Tat hilfreich zur Seite.
2005 Zum 1. Juli stellt die Hamburger "Vereinigte Schleppco" (eine Kooperation zweier Kooperationen – die sogen. Sielschlepper) endgültig den Betrieb ein. Einige der kleinen Schleppco–Schlepper wurden durch Meyrose übernommen und unter ihren alten Namen weiter in Dienst gehalten. Die Firma vergröéerte sich damit ein weiteres Mal. Der Fuhrpark wurde auf der Wasserseite um 4 Schlepper der Firma ":Vereinigte Schleppkontor" ergänzt. Somit verfügt die Firma nun über 7 Schlepper ( KARL MORITZ – KRISTIN – KARL HEINZ – SCHLEPPCO 3, 7 + 16 sowie KATRIN ) und 3 Barkassen (CLAUS – CARSTEN und KRISTIN sowie den Pontons KHM 21 und 25 sowie KATRIN.

Leider wird seit 12 Jahren die Historie nicht weiter veröffentlicht.......





Auswahl "anderer " Schleppereigner Flaggen " andferer " Schlepper–Eigner

Jade-Dienst GmbH, 26382 Wilhelmshaven, gegründet 1951 als Dienstleister für die Schiffahrt. Heute bereedert man ein Ölbekämpfungsschiff des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) und man ist in den Bereichen "Unterwasserarbeiten", Schiffsmeldedienst und Lotsenversetzung involviert.

Walter Lauk Ewerführerei GmbH, 20457 Hamburg wurde erst 1982 gegründet und betreibt, neben Seehafenspedition, mit Schleppern, Pontons und Schuten Hafenschiffahrt. Daneben wird mittlerweile eine Flotte von 15 Binnenschiffen betrieben.

Hinrich K. P. Vogler GmbH., 20457 Hamburg wurde 1888 im Juli als Ewerführerei, Naßbagger– und Transportbetrieb gegründet. 1999 erfolgte die Insolvenz und Übernahme durch einen Käufer, der den Betrieb unter seinem alten Namen in den Bereichen Wasserbau – Uferbefestigungen – Böschungsbau – Nassbaggerei – Vermietung von Wasserfahrzeugen und Schleppschifffahrt auf Alster und Bille sowie auf der Elbe und seinen Nebenflüssen am Markt halten kann.

Bitunamel Feldmann GmbH, 23554 Lübeck wurde 1965 als Dienstleister für Schiffahrt und Schiffbau gegründet. Heute bietet das mittlerweile international tätige Unternehmen, einen großen, modern ausgestatteten Fuhrpark mit Saug–, Tank– und Containerfahrzeugen für Tankü und Schiffsreinigungen aber auch für Abfall– und Produkttransporte an. "Wasserseitig" können Entsorgungstankschiffe, Tankleichter sowie Schlepper, bereederte Ölbekämpfungsschiffe und Landungsboote nicht nur für die Schiffentsorgung und Öltransporte, sondern auch für Bergungen und Havariefälle eingesetzt werden.

..... die Zahl der Unternehmen, die nicht unbedingt Schleppunternehmen sind und doch Schlepper besitzen, könnte noch lang fortgesetzt werden. Es soll aber bei diesen Beispielen bleiben ....




..... einer der wohl ältesten und größten " Schleppbetriebe", – korrekt : HAFEN–Schleppbetriebe ̵ dürfte die Hamburger Eckelmann–Gruppe (gewesen) sein. Allerdings tritt dieses Geschäft immer weiter in den Hintergrund. Schwerpunkt der Eckelmann–Gruppe sind heute die EUROKAI–, EUROGATE– Hafenbetriebe und ihre Töchter. Dennoch ist Eckelmann auch heute noch im Hafen–Schlepp– und Schub–Betrieb sehr aktiv......
Im Jahre 1865 legte Firmengründer Cordt Eckelmann mit dem Bau eines eigenen Lastkahns aus Holz den Grundstein für das spätere Familienunternehmen Carl Robert Eckelmann. Aus der Ewerführerei wurde im Laufe der Generationen ein breit gefächertes Dienstleistungsunternehmen.
1948 umfasste die Schutenflotte schließlich eine Tonnage vom 5500 Tonnen, sowie vier Schlepper und eine Barkasse.
1979 wurde die Firma Carl Robert Eckelmann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Aus dem alten Ewerführereigewerbe ist heute eine vielschichtige und stark diversifizierte Dienstleistungs–Unternehmens–Gruppe geworden. Mit einer Schiffstonnage von rund 60.000 t Tragfähigkeit ist die Carl Robert Eckelmann Transport u. Logistik GmbH heute ein führender Dienstleister im wasserseitigen Transport in Norddeutschland. Der Schiffspark besteht aus Schubbooten, Schleppern, Tankschiffen, Tankleichter sowie einer Flotte von mehr als 100 Trockenleichtern in Größenordnungen bis zu 2.300 t pro Einheit. Für Container- und Schwerguttransporte innerhalb des Hamburger Hafens und dem angrenzenden Binnenwasser-Straßennetz bietet Eckelmann mit dem " Containertaxi" eine flexible, kostengünstige und umweltfreundliche Transportmöglichkeit.

1930 gründete Hans Emil Wilhelm Berndt in Hamburg einen Kohlenhandel. Ab 1944 wurde auch das Bebunkern von Schiffen mit Bunkerkohle übernommen.
Ab 1950 nahm das Unternehmen den Betrieb einer Ewerführerei auf, um mit Barkassen, Schuten und Schleppern die Versorgung der HEW Kraftwerke mit Kohle durchzuführen.
Nach dem Tode des Bruders – 1976 – wurde Paul F. C. Berndt im Jahre Alleininhaber und führte das Unternehmen von da an als "Ewerführerei u. Binnschiffahrt sowie Brennstoffhandel ."
Im Jahre 2008 wurde die Hans E. W. Berndt GmbH & Co. KG von Eckelmann übernommen. Die Firma arbeitet unverändert, mit gleichem Personal im angestammten Segment weiter.



....... und dann gab es und gibt es Unternehmen, die sich als Schleppbetriebe – auch in Nischen – einen Namen gemacht haben,
erloschen oder aus diesem Gewerbe ausgestiegen sind ..... wahllos diese ......



Auswahl "ehemaliger " Schlepper-Reeder Flaggen " ehemaliger " Schlepper–Eigner

Eines der ältesten und doch ( als Schleppbetrieb ) heute unbekannten Unternehmen war Max Sötje in Hamburg. 1885 begann er mit Binnen–Tankschiffen um dann 1887 auch Tankleichter und Schlepper zum Einsatz kommen zu lassen. Wann die Schleppschiffahrt eingestellt wurde ist nicht bekannt. Die Tankschiffahrt wurde an Werner Kortmann (tankfracht) verkauft und wird heute von Oeltrans weitergeführt......

1967 gründete die Stockholmer A/B Neptun in Hamburg die NEPTUN Bergungsgesellschaft mbH, später NEPTUN Transport & Marine Service GmbH. Bergungsgeräte sowie Schlepper und Schwimmkräne wurden in Deutschland registriert. Der Grund lag wohl darin, im Raume der EWG aktiv sein zu können. Gelegentlich wurden Schiffsbergungen und Wrackbeseitigungen durchgeführt, das Hauptaufgabengebiet war jedoch weltweiter Einsatz im Offshore–Geschäft.
Aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen innerhalb der Broström–Gruppe im Jahre 1986 wurde die Neptun–Group zerschlagen. Das normale Schleppgeschäft wurde von ScanTugs bzw. der Röda Bolaget weitergeführt, das Offshore–Montagegeschäft weitgehend eingestellt. Das maritime Arbeitsgerät, Hebeschiffe, Spezialfahrzeuge, Großpontons wurden an ausländische Wettbewerber verkauft.
Die Neptun Transport & Marine Service GmbH in Hamburg wurde bis Ende des Jahres 1987 "abgewickelt". Die Hamburger Geräte übernahm SMIT international, Rotterdam incl. eines Großteils der Führungsmannschaften.

Ein "Nischenspezialist" war Kapitän Heinz Schumacher aus Elsfleth.
1985 beschaffte sich Vorfahr Zurmühlen Schumacher einen 180–PS–Dampfschlepper mit dem er auf der Hunte von Oldenburg bis Bremen reichlich Arbeit hatte. Die Nachfahren – sämtlich Kapitäne – bauten den Betrieb bis auf zunächst 3 Schlepper aus.

Ab 1965 war es Kapitän Heinz Schumacher der die Flotte Ende der 60er Jahre auf 6 Schlepper ausbaute.
Schumacher hatte ein EG-Patent auf seine zwei von im entworfenen "Schlickpflüge". Diese sind sehr geeignet zum Einebnen von Unterwasser–Unebenheiten und Bodenwellen und vornehmlich in künstlichen Kanälen, aber auch in Flüssen anzutreffen. Häufig war deshalb ein Pflug im Mittellandkanal im Einsatz.
Als Kapitän Heinz Schumacher am 5. September 2008 73 Jahre alt wurde fasste er den Entschluss aufzugeben. Seine Schlepper wurden verkauft, die meisten an Kapt. Hesse nach Leer.

Auch die in Nordenham ansässige Midgard GmbH & Co. KG betrieb immer einige Schlepper. An keiner Stelle der Werbung und der Chroniken werden aber die Aktivitäten als Bugsierunternehmen mit eigenen Bugsier–Schleppern innerhalb der Arbeitsgemeinschaft mit URAG und der T&S erwähnt........ Nach Ausserdienststellung der alten Dampfschlepper in den 50ern wurden 1973 bei Schichau VSP–Schlepper bestellt, die 1988 bei Hegemann zu 3–Mann–Schleppern umgebaut wurden. Hegemann lieferte 1983 auch den Neubau MIDGARD III.
MIDGARD I und III sind im Seeschiffsregister eingetragen, MIDGARD II hingegen wird als Binnenschiff betrieben. Heimathafen aller 3 Schlepper : Nordenham.
Im Zuge der Konzentration auf ihr Kerngeschäft hat die mittlerweile Rhenus Midgard AG heißende Firma zum 1. Juli 2004 ihr Schleppgeschäft an die Unterweser Reederei GmbH (URAG) in Bremen verkauft. Alle 14 Besatzungsmitglieder der beiden Schiffe wurden zu unveränderten Bedingungen übernommen.



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