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Flaggen der deutschen Seelotsen, ihrer Brüderschaften und Organisationen.

Flags of German sea pilots, their fraternities and organizations



Entlang der Küsten und auf den Flüssen mit ihren unbekannten Gefahren durch sich ändernde Fahrrinnen und Sandbänke wurde es für die Schiffsführungen schwierig und bisweilen unmöglich ihr Schiff sicher und schnell ans Ziel zu bringen. Man bediente sich zunächst der Beratung durch revierkundige Fischer, die sich in dem zu befahrenden Revier gut auskannten. Andere Möglichkeiten boten sich bis zum 16. Jahrhundert nicht an.
Der damaligen Obrigkeit wurde jedoch bald klar, dass der Handel mit profesioneller Unterstützung besser floriert und auch sicherer wird. So wurde bereits 1656 die erste deutsche Lotsordnung – die "Hamburger Pilotageordnung" – erlassen.

( Quellen ) Die Ausführungen zu den Flaggenabbildungen wurden den Internetpräsenzen der einzelnen Lotsenbrüderschaften entnommen und teilweise leicht überarbeitet.
Die Darstellung der sieben Lotsenbrüderschaften erfolgt geografisch — von West nach Ost




Frei nach "Wikipedia" — Der Begriff Lotse kommt ursprünglich aus der Seefahrt ( englisch "loadsman" — Geleitsmann ). Im Englischen wird er heute als pilot bezeichnet.
Ein Lotse ist in der Seefahrt meist (in Deutschland grundsätzlich) ein erfahrener Nautiker ( Kapitän ) mit mehrjähriger praktischer Erfahrung, der bestimmte Gewässer so gut kennt, dass er die Führer von Schiffen sicher durch Untiefen, vorbei an Schifffahrtshindernissen und dem übrigen Schiffsverkehr geleiten kann. Lotsen üben ihre Tätigkeit als Berater des Kapitäns eines Schiffes aus. Mit Lotsenbooten (internationale Aufschrift: PILOT ) oder Hubschraubern werden sie von einem Schiff zum anderen bzw. von der Lotsenstation zum Schiff gebracht. Außerdem führen sie Radarberatung durch. Dafür sind entlang der wichtigsten Verkehrswege Radarketten eingerichtet worden. Lotsen in den Revierzentralen beobachten die Radargeräte und beraten Schiffsführer über Funk.

Aufkommende Schiffe mit Lotspflicht – nicht jedes Schiff unterliegt der Verpflichtung einen Lotsen an Bord zu nehmen – werden zunächst von den Lotsen der zu befahrenden Reviere übernommen. Schiffe, die einen Lotsen an Bord haben setzen ab der Anforderung des Lotsen die Signalfalgge H




Flagge der Lotsbetriebsvereine Flagge der Lotsbetriebsvereine

Eigner der Lotsenschiffe/Lotsenboote an den westdeutschen Küsten und den norddeutschen Seeschifffahrtsstraßen (Mündungen von Ems, Weser/Jade, Elbe, dem NOK, Trave und Flensburger Förde) ist die Bundesanstalt für Wasserbau. Bereedert werden sie von den Lotsbetriebsvereinen, die als e. V. eingetragen sind. Eingesetzt und besetzt werden die Schiffe/Boote von den Lotsenbrüderschaften.

Der jeweilige Lotsbetriebsverein hat die öffentliche Aufgabe, die Infrastruktur für einen ständigen Bereitschaftsdienst für die Bestellung von Seelotsen sicher zu stellen und alle Schiffe, die einen Seelotsen angefordert haben, zu allen Tageszeiten an allen Tagen des Jahres mit Seelotsen zu versorgen bzw. diese an den Reviergrenzen auszuholen.

Die LBVe unterhalten zudem die insgesamt 16 festen und 3 schwimmenden Lotsenstationen, die an allen Tagen des Jahres durchgehend mit Wachpersonal besetzt sind.

Die schwimmenden Fahrzeuge der Lotsbetriebsvereine reichen von den relativ kleinen Versetzbooten im Nord–Ostsee–Kanal, die im Ein–Mann–Betrieb gefahren werden, bis hin zu den großen SWATH–Stationsschiffen vor den Flußmündungen in der Nordsee.

(Quelle: Bundeslotsenkammer)



1954 Mit Inkrafttreten des Seelotsgesetzes (SeeLG) am 14. Oktober 1954 geht auch die Gründung der Bundeslotsenkammer als Spitzenorganisation der Seelotsen einher. Abschnitt 5 des SeeLG regelt Rechtsform, Struktur und Aufgaben der Bundeslotsenkammer. In §34 heißt es dazu:
" Die Lotsenbrüderschaften bilden die Bundeslotsenkammer. Die Bundeslotsenkammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts...Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur führt die Rechtsaufsicht über die Bundeslotsenkammer..."
In Anlehnung an andere, in sich geschlossene Berufsstände und aus den Erfahrungen mit dem Vorläufer der Bundeslotsenkammer (Deutscher Lotsenbund e.V.) wurde vom Gesetzgeber auch im Seelotswesen eine Kammer zur Interessensbündelung vorgesehen.
Die staatsnahe Rechtsform einer Körperschaft ergibt sich aus dem Sicherheitsbedarf des Bundes und der damit verbundenen Einsetzung von Lotsenbrüderschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts.
2004 18. November 2004 — Effizientes Lotswesen stärkt den maritimen Standort — Festakt 50 Jahre Seelotsgesetz.
"Trotz aller technischen Entwicklung wird der Lotse an Bord auch in Zukunft kaum ersetzbar sein." Das sagte Ralf Nagel, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau– und Wohnungswesen, anlässlich des Festaktes "50 Jahre Seelotsgesetz" am Donnerstag im Hamburger Elysee Hotel Rothenbaum. Es bleibe die Aufgabe, das Seelotswesen weiter den Erfordernissen der Zeit anzupassen und fortzuentwickeln, betonte Nagel. Es müssten Lösungen gefunden werden, die den unterschiedlichsten Interessen genügten. "Die Sicherheit der Schifffahrt und der Schutz der Umwelt ist oberstes Gebot. Darüber hinaus gilt es, den Lotsen optimale Arbeitsbedingungen und ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen." Gleichzeitig müssten optimale Rahmenbedingungen für die Entwicklung der maritimen Wirtschaft geschaffen werden. Auf dem gemeinsamen Weg in eine schrittweise Modernisierung des Lotswesens sei man bereits ein gutes Stück vorangekommen, unterstrich der Staatssekretär. Für die Erfüllung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe sprach Nagel den Lotsen, die täglich vor Ort im Einsatz sind, seinen Dank und Anerkennung aus.

In Bürogemeinschaft arbeitet eine weitere Dienststelle — der Lotsbetriebsverein e.V.
Der Lotsbetriebsverein hat die hoheitliche Aufgabe, die Infrastruktur für einen ständigen Bereitschaftsdienst für die Bestellung von Seelotsen sicher zu stellen und alle Schiffe, die einen Seelotsen angefordert haben, zu allen Tageszeiten an allen Tagen des Jahres mit Seelotsen zu versorgen bzw. diese an den Reviergrenzen auszuholen. Mit rund 430 Mitarbeitern (Seebetrieb: rd. 350, Landbetrieb: rd. 80) und 26 Versetzfahrzeugen (alle unter deutscher Flagge) entspricht der Lotsbetriebsverein – was Personal und Schiffe betrifft – dem Umfang einer mittleren Reederei. Der LBV unterhält zudem die insgesamt 16 festen und 3 schwimmenden Lotsenstationen, die an allen Tagen des Jahres durchgehend mit Wachpersonal besetzt sind.

Leider verfügt der LBV (der alten Bundesländer) über keine eigene Tischflagge, so dass eine solche hier nicht vorgestellt werden kann. An Bord wird die Lotsenflagge (siehe oben) gefahren, allerdings mit dem Buchstaben L B in den Feldern.
Anders in den NeBuLä, dort wird die Versetzung kommerziell betrieben, durch eine Tochter der Linnhoff / URAG–Gruppe, den Lotsbetrieb GmbH MV ( siehe später dort )





Bundesverband der See– und Hafen–Lotsen Flagge des Bundesverband der Seelotsen

Ist die Bundeslotsenkammer die Vertretung der Lotsenbrüderschaften, so ist der Bundesverband der See– und Hafenlotsen eine (gewerkschaftsähnliche) Vertretung des einzelnen Lotsen.

Der Bundesverband schreibt dazu auf seiner Seite:

Der Bundesverband der See- und Hafenlotsen (BSHL) wurde im Mai 1990 in Pinneberg gegründet. Er ging aus dem sogen. "Pinneberger–Kreis" hervor. Dies war ein Gesprächskreis von Kollegen, welcher besonders das Tarifierungssystem und die damalige Tarifierungspraxis in Frage stellte. Es erwies sich dabei zunehmend als problematisch, dass nur die Brüderschaften und nicht der einzelne Lotse Mitglieder der Bundeslotsenkammer sind.

Auch die als früherer Seemann traditionelle Mitgliedschaft in der Gewerkschaft kann keine Standesvertretung für die Lotsen ersetzen, da Gewerkschaften laut eigener Satzung keine legitime Interessenvertretung für Freiberufler sein dürfen. Somit wurde von den Kollegen konsequent erkannt, dass uns ein unabhängiger Berufsverband fehlte. Die deutschen See– und Hafenlotsen waren vor Gründung des BSHL die einzigen Freiberufler in Deutschland ohne eigenen Berufsverband !

Der BSHL kann als Berufsverband außerhalb der gesetzlichen Zwänge und Beschränkungen, denen die Bundeslotsenkammer und die Lotsenbrüderschaften als Körperschaften öffentlichen Rechts unterliegen, die Interessen des einzelnen Lotsen direkt vertreten.




Auf der Ems sind momentan 36 Lotsen , aufgeteilt in See- und Hafenlotsen, tätig. Der Seelotse beginnt seine Tätigkeit in der Nordsee, 14 Seemeilen (ca. 26 km) westnordwestlich der ostfriesischen Ferieninsel Borkum, bei der Lotsenversetzposition Westerems, kurz vor den ersten Untiefen. Große Tanker mit gefährlicher Ladung werden schon 20 Seemeilen ( ca. 37 km ) weiter nördlich in der Nordsee besetzt. Dies geschieht rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr, bei Sturm, Eis und Nebel. Sollte eine Versetzung in der Nordsee für die beteiligten Seeleute und Lotsen zu gefährlich werden, so wird das Schiff in der Nähe von Borkum mit einem Lotsen bedient. Auf dem Weg dorthin erhält das Fahrzeug durch einen Lotsen Radarberatung über UKW–Sprechfunk und wird sicher an das Versetzboot heran geführt.
Die Ankerplätze an der Ems sind für die Schifffahrt auf der westlichen Nordsee der letzte geschützte Zufluchtsort vor den häufigen Stürmen aus NW–lichen Richtungen. Ziel ist es immer, den Lotsen so rechtzeitig wie möglich, außerhalb der sich ständig verlagernden Untiefen an Bord zubringen. Die gefährlichen Strömungen und der plötzlich auftretende, steile, sehr hohe Seegang bei Borkumriff und den angrenzenden Untiefen sind nicht zu unterschätzende Gefahren.
Rechtzeitig an Bord versetzt, ist der Lotse in der Lage, eine erste Passageplanung mit dem Kapitän durchzuführen, Schiff und Schiffsleitung zu beurteilen und diese Fakten der Verkehrszentrale " EMSTRAFFIC " über UKW Sprechfunk mitzuteilen.
Der Lotse kommt somit als erste Instanz an Bord und begutachtet die Seetauglichkeit für eine sichere Passage im Auftrag des Gesetzgebers. Der Schutz des Wattengebietes, der Strände und der Wasserstraße Ems unter Aspekten des Umweltschutzes, der Verkehrssicherheit und letztendlich auch der wirtschaftlichen Interessen von Häfen, Reedereien, Ladungsempfänger und Versender, sind die Rahmenbedingungen der Lotsentätigkeit.
Alle Schiffstypen und alle Altersstrukturen befahren das Seelotsrevier Ems. Jedes Schiff hat unterschiedliche Technik und Besatzungen an Bord. Die Bandbreite ist riesig. Vom riesigen, modernen Passagierschiff bis zum schwimmenden Museum, Segelschiffe, Schleppverbände und manchmal auch U–Boote gehören dazu, ebenso Tanker und Containerschiffe. Dazu Besatzungen aus aller Herren Länder.
Als Besonderheit sei erwähnt, daß auf der Ems ebenfalls niederländische Lotsen auf Schiffen arbeiten, welche die angrenzenden NL–Häfen Eemshaven und Delfzijl anlaufen.





Lotsenbrüderschaft Weser–2–Jade Flagge Lotsenbrüderschaft Weser 2 Jade

Das Lotsrevier " Weser / Jade ist aktuell auf drei Brüderschaften aufgeteilt...

Historische Daten in tabellarischer Form zu den einzelnen Brüderschaften liegen derzeit nicht vor, aber es wird dran gearbeitet..... Der erste Teil ( zur Brüderschaft Weser II/Jade ) beginnt vielleicht so.... :

1918 Gründung des Verein der Weserlotsen am 3. Dezember d. J. an der Unterweser. In ihm zusammengefasst waren die 55 Lotsen der drei eigenständigen Vereine an der Weser und der Braker Lotsen. So konnte man den Behörden gegenüber geschlossen auftreten.
1919 Gründung des Deutschen Lotsenbundes.
1921 Am 1. April übernahm "das Reich" die Verantwortung für die Wasserstrassen.
1922 Den Lotsengesellschaften Preußens, Oldenburgs und Bremens wurde eine Fusion empfohlen, was allerdings schon lange das Bestreben der Lotsen gewesen war. Der Zusammenschluss zur Weserlotsengesellschaft erfolgte dann am 1. November d. J.
1934 Der Leiter der "Reichsverkehrsgruppe Seefahrt" verlangte, den (demokratischen) Deutscher Lotsenbund aufzulösen und an seiner statt den "Verband Deutscher Lotsen" zu gründen.
1940 Die Weserlotsengesellschaft wurde aufgelöst und an ihrer statt die "Lotsenbrüderschaft Bremerhaven" gegründet.
1943 Das "Flußlotsenhaus" wurde von einem Bombenvolltreffer getroffen und völlig zerstört.
1944 Bei einem Bombenangriff am 18.9.1944 wurde auch das "Seelotsenhaus" zerstört. Der Lotsenschoner Herzogin Ingeborg und der Lotsenversetzdampfer Flußlotse brannten aus.
1945 Kapitulation am 7. Mai !. Bis zum 27. Mai war der Losendienst eingestellt. Am 28. Mai lief der Lotsendampfer WESER wieder zur Seestation aus.
1946 Am 23. Juli Wiedergründung des Deutschen Lotsenbundes in Brunsbüttel.
1948 Am 20. Juni wurde die Währungsreform durchgeführt, was u. a. auch zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Altersversorgung der Lotsen führte. 11 Jahre dauerten die Probleme.
1949 Der erste Deutsche Bundestag trat am 7. September zusammen. Der Verkehrsausschuß begann mit den Lotsen über ein neues Lotsenrecht zu sprechen.
1954 Am 13. Oktober wurde das neue "Gesetz über das Seelotswesen" verkündet.
1958 Der Lotsenbrüderschaft WESER II wurde auch der Lotsendienst auf der Jade übertragen. Die Brüderschaft wurde umbenannt in Lotsenbrüderschaft Weser II/Jade und so blieb es bis heute.
1970 Ab dem 6. Januar wurden die Lotsen bereits ab/am Feuerschiff "Deutsche Bucht" versetzt.
1975 Man nahm am 1. April die Losenversetzung mit Hubschraubern auf, die mir redundantem Antrieb versehen waren. Auf Helgoland wurde eine vorgeschobene Schlechtwetterstation unterhalten, die mit einem Versetzschiff der VTG-Tochter WIKING besetzt war.
Diese Chronik kann fortgeschrieben werden.




1908 Der Lotsenversetzdampfer "Flusslotse" wurde in Dienst gestellt.
1916 Fertigstellung des Flußlotsenhaus an der Nordmole der Geeste.
1922 Gründung der Weserflußlotsengesellschaft Bremen, Übernahme der oldenburgischen Flußlotsen in die neue Gesellschaft.
1943 Das Lotsenhaus der Flußlosten wurde durch einen Bombenvolltreffer total zerstört.
1945 Zum Zeitpunkt der Kapitulation am 7. Mai sind die bremischen Häfen und die Unterweser bis nach Elsfleth vermint, die Befeuerung bis Elsfleth und die Hafeneinfahrt des Überseehafens zerstört. Im Juni kommen die ersten Schiffe wieder nach Bremen.
1948 Das Lotsenversetzboot "Weserlotse" wurde im Dienst gestellt. Es war bis zum Jahre 1956 in Fahrt.
1949 Einweihung des neu erbauten Lotsenhauses an der Geeste.
1954 Verabschiedung des Seelotsgesetz. Eine eigenständige Lotsenbrüderschaft Weser I wurde gegründet.
1970 Aufhebung des Lotseneinsatzes von Brake aus
1981 Ausbau der Radarkette bis zur Huntemündung
1987 Ausbau der Radarkette bis in die bremischen Häfen
2005 Abriss des alten Lotsenhauses und Baubeginn eines neuen Gebädes.
2006 Einweihung des neuen Lotsenhauses im Dezember d. J.





Lotsenbrüderschaft Elbe Die Flagge der Lotsenbrüderschaft 
Elbe, Hamburg

Das Lotswesen auf der Elbe für den Hamburger Hafen kann bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Die mit den Strömungsverhältnissen und Untiefen im Mündungsgebiet vertrauten Fischer der Inseln Helgoland und Neuwerk waren, während der Zeit der Hanse, die ersten Lotsen auf der Elbe. Aktenkundig wurde das Vorhandensein von Lotsen auf der Elbe im Jahre 1575. Bei der Vermessung der Insel Neuwerk wurden 5 1/2 Morgen Land "...for 2 piloten ab den elvstrom " vorgesehen, die hier die bis in die Neuzeit als Fischerhäuser bezeichneten Anwesen errichteten. In dem gegen 1600 in der Mündung des Ritzebüttler Schleusenpriels durch Hamburg angelegten Koogshaven ( Cuxhaven ) etablierte sich allmählich das Seelotswesen der Elbe.

1610 Hamburg verpflichtete ihren ersten Piloten bey der Stadt, der dem Rate der Stadt einen Lotseneid schwören mußte.
1623 Mit Gründung des Kollegiums der Admiralität wurde diese zuständig für das Lotswesen und die Seezeichen.
1639 Am 26.Oktober wurde vom Rat der Stadt Hamburg eine Pilotage– und Schragenordnung erlassen.
1656 Nach einer Reihe von Schiffsuntergängen wurde am 10. Juni die erste Pilotageordnung erlassen. Dieses Datum kann als Beginn des geregelten Lotswesen auf der Elbe angesehen werden. Wer das Lotsgewerbe ausüben wollte, mußte ein Examen ablegen und wurde von der Admiralität vereidigt (Admiralitätslotsen). Die Lotsordnung blieb im Wesentlichen bis zur Auflösung der Admiralität 1810 bestehen und hat in der Fassung von 1750 Auswirkung bis heute.
1674 Nun bestand eine gewisse Reihenfolge der Lotsen (Bört). Noch heute regelt die Börtordnung – zusammen mit anderen Vorschriften – den Einsatz der Lotsen. Die Admiralitätslotsen lotsten die Schiffe in der Regel bis Scheelenkuhlen oder bis Glückstadt. Nur in Ausnahmefällen wurden die Schiffe bis Hamburg durchgelotst. Die Overlotsen (Obenlotsen) lösten die Admiralitätslotsen ab und fuhren die Schiffe bis Hamburg.
1745 Am 13. Januar vereinigten sich die in Oevelgönne und Neumühlen ansässigen Lotsen zu einer Elbelotsenbrüderschaft. Die Brüderschaft führte eine regelmäßige Börtfahrt ein. Die Schiffe wurden von einer bei St. Margarethen gelegenen Station aus besetzt . Diese Böschstation wurde nach einer gegenüberliegenden Sandbank – der Bösch – benannt.
1855 Die ständige Vergrößerung der Segelschiffe machte es notwendig, den Versetzdienst in sicherer Entfernung von den Sänden durchzuführen. Dazu wurde nun der erste Lotsenschoner in Dienst gestellt.
1865 Mit dem Abschluß eines Vertrages, des Böschregulativs, wurde der Ablauf des Versetzdienstes zwischen den Cuxhavener Seelotsen und den fünf (!) Brüderschaften der Oberlotsen geregelt.
1893 Es kamen bis hier her 6 weitere Schoner in Fahrt. Die Schoner waren mit je 10 Kreuzerlotsen besetzt und kreuzten vor Borkum, Norderney, Helgoland, der Wesermündung und zeitweise im Englischen Kanal vor Dungeness. Die Kreuzerlotsen führten die Schiffe bis zur Elbmündung (später bis Cuxhaven) und wurden von den Patentlotsen (früher Hauer–oder Admiralitätslotsen) abgelöt.
Der Lotsdienst auf der Elbe sah folgendermaßen aus: die Cuxhavener Seelotsen lotsten die Schiffe von See bis Brunsbüttel und wurden dort von den Kanal– bzw. den Böschlotsen abgelöst. Schiffe aus dem Kanal nach See wurden ebenfalls von Cuxhavener Seelotsen bedient. Von Hamburg nach See gehende Schiffe wurden von den Patentlotsen der fünf Brüderschaften Hamburg, Oevelgönne– Neumühlen, Blankenese, Glückstadt und der Hannoverschen direkt und ohne Lotsenwechsel nach See gebracht.
1895 Nun brachte die Eröffnung des Kaiser–Wilhelm–Kanals (Nord–Ostsee–Kanal) einige Veränderungen für die Elbe. An den Schleuseneinfahrten wurden zwei Lotsenstationen gebaut, eine für die Kaiserlichen Kanallotsen und eine für die Elbelotsen. Seitdem wird der Lotsenwechsel auf der Elbe vor Brunsbüttel durchgeführt.
1900 Jetzt schlossen sich die Cuxhavener Lotsen zum Verein der Cuxhavener Lotsenschaft zusammen.
1905 Das Lotsenhaus aus diesem Jahre dient heute noch den Elbe– und den Kanallotsen als Einsatzstation.
1942 Es folgte die Gründung der Lotsenbrüderschaft Cuxhaven und am 21.Oktober erfolgte die Gründung der Lotsenbrüderschaft Hamburg .
1957 Am 15. November vereinigten sich die Lotsenbrüderschaften Hamburg und Cuxhaven zur Lotsenbrüderschaft Elbe.
1999 Ab 01.April d. J. vereinigte sich die Lotsenbrüderschaft Elbe mit den Cuxhavener Hafenlotsen. Cuxhaven wird seitdem vollkommen von den Elbelotsen mit bedient. Ebenfalls ab 01.April wurde der erste neue Lotsen-Tender in Dienst gestellt. Im Spätsommer folgte der zweite Tender ( ( Versetz–) Tender Duhnen und Tender Döse )
2000 Das neue Stationsschiff, der SWATH-Katamaran ELBE hat im September seinen Dienst aufgenommen.


Auf Seeposition und auf der Elbe bis Brunsbüttel sind rund um die Uhr die Stations– und Versetzschiffe des Lotsbetriebsverein besetzt mit Lotsen der Lotsenbrüderschaften, im Einsatz.

Sind die modernen SWATH–Stationsschiffe und Tender von der Werft Abeking & Rasmussen modern und spektakulär waren die klassischen Stationsschiffe der " Kapitän Rolin–Klasse " eine Legende. Gebaut auf der Meyer–Werft in Papenburg in den Jahren 1962 / 1963 versahen sie ihren Dienst auf Reede bis Anfang der Jahrtausenwende. Dann wurden sie von den SWATH–Einheiten ELBE und den Tendern DUHNEN und DÖse abgelöst und außer Dienst gestellt. Die alten Versetzschiffe auf Höhe der Brunsbütteler Schleusenausfahrt sind weiterhin in Fahrt.

Zu den alten Stations– und Versetzschiffen wurden von 3. Seite einmal Tischwimpel in Auftrag gegeben. Im einzelnen geschah dieses zu :
MS COMMODORE RUSER,
MS COMMODORE ROLIN,
MS KAPITÄN HILGENDORFF,
MS KAPITÄN KIRCHEIß
MS KAPITÄN MUSSEHL,
MS KAPITÄN JÜRS und
MS OSTERIFF.

Unter den jeweiligen Namen kann zu den einzelnen Einheiten erfolgreich gegoogelt werden.





"Kanal–Lotsen" NOK I Die Flagge der Lotsenbrüderschaft NOK 1

Die Inschrift im Siegel auf dieser Flagge " SEMPER PARATUS " lautet in der Übersetzung "Immer bereit"....

1895 Die Seelotsen der Brüderschaft Nord — Ostsee — Kanal I sind seit ihrer Gründung im Jahre 1895 engstens mit "ihrem" Kanal verbunden. Die hier tätigen Lotsen haben die 100jährige Kanalgeschichte mitgeschrieben.
Einer war der Seelotse Franz Sieslack. Er war am 10.Dezember 1881 in Friedland/Ostpreußen geboren worden und wurde am 04.Juni 1912 als Obersteuermann der Kaiserlichen Marine als Lotse eingestellt. Nach dem 1.Weltkrieg wurde der Deutsche Lotsenbund gegründet. Am 24.Februar 1919 wurde der Brunsbüttelkooger Lotse Franz Sieslack zum 1.Vorsitzenden des Deutschen Lotsenbundes gewählt.
1922 In diesem Jahr verzichteten die Lotsen auf ihre Beamteneigenschaft. Sie wurden bestallte Seelotsen, die ihre Tätigkeit als freien, nicht gewerblichen Beruf unter staatlicher Aufsicht ausüben — heute würden wir Freiberufler sagen. Die Lotsungen werden in eigener Verantwortung durchgeführt.
2011 Das Seelotsrevier der Lotsenbrüderschaft Nord — Ostsee — Kanal I umfasst alle (Kanal–) Fahrtstrecken zwischen den Schleusen Brunsbüttel und der Lotsenwechselstation Rüsterbergen (km55) sowie auf der Elbe die Fahrtstrecke zu den Schleusen Brunsbüttel auf einem Gebiet, das im Osten durch die Ostgrenze der Nordost Reede von Brunsbüttel und deren südliche Verlängerung, im Westen durch den Längengrad 09º 03' 55'' Ost und im Süden durch das Südufer der Elbe begrenzt wird.
2014 Gegenwärtig sind 135 Seelotsen Mitglieder in der Brüderschaft NOK I.




Die exakte Bezeichnung dieser Lotsenbrüderschaft lautet:
Lotsenbrüderschaft NOK II / Kiel / Lübeck / Flensburg und bezeichnet damit das groß Einsatzgebiet der Lotsen dieser Brüdderschaft die auf eine lange Geschichte zurückblicken kann....

1325 Erste Erwähnung von Lotsen in Lübeck
1708 Erstes Reglement für Herrenlotsen in Lübeck
1718 Verpflichtungseid für die Herrenlotsen in Lübeck
1761 Erste Lotsordnung für die Lübecker Lotsen
1785 Erste Erwähnung der Bülk–Laboer Lotsen (anläßlich des Baues des Eiderkanals ) — Gründung der Eiderlotsenbrüderschaft und Indienststellung des Eiderkanals.
1834 Neubau der Lotsengalliote auf der Eider als erstes Feuerschiff an der Nordseeküste
1850 Neue Lotsordnung auf der Trave — Reorganisation des Lotswesens auf dem Eiderkanal
1856 Erstes dänisches Reglement für die Lotsenstation Bülk–Laboe
1858 Überführung des Lotswesens auf der Trave in die Zuständigkeit des Bauamts Lübeck
1870 Sperrlotsen bei Laboe im Deutsch / Französischer Krieg
1877 Neue Lotsordnung für die beamteten Lübecker Lotsen
1895 Gründung der Abteilung Holtenau der kaiserlichen Lotsen zur Eröffnung des Kaiser–Wilhelm–Kanals
1896 Neues Reglement für die Lotsenstation Bülk–Laboe wegen der Eröffnung des Kaiser–Wilhelm–Kanals
1903 Beschränkter Lotsenzwang auf der Trave
1919 Gründung des Deutschen Lotsenbundes
1922 Gründung der Lotsenbrüderschaft am Kaiser–Wilhelm–Kanal zu Holtenau e.V. — Lotsordnung für den Kaiser–Wilhelm–Kanal
1923 Erster allgemeiner deutscher Lotsenstreik
1925 Aufhebung der Lotsordnung für die Lotsenstation Laboe Gründung des Vereins Lübecker Lotsen e.V.
1929 Gründung des Lotsengesangvereins "Knurrhahn" in Holtenau
1937 Auflösung der Lotsenbrüderschaft Laboe und Eingliederung in die Lotsenbrüderschaft Holtenau als selbstständige Abteilung Seelotsen unter einem Obmann
1939 Sperrlotsen bei Laboe
1944 Abteilung Holtenauer Lotsen als Marinelotsen nach Norwegen
1946 Einrichtung des Feuerschiffes "Kiel" als Seelotsenstation
1948 Aufhebung des Lotsenzwangs auf der Kieler Förde
1954 Erstes Deutsches Seelotsgesetz, Umwandlung der Lotsenbrüderschaft Holtenau vom eingetragenen Verein zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts
1954 Neugründung der Lotsenbrüderschaft Laboe aufgrund des Seelotsgesetz — Gründung der Bundeslotsenkammer nach Seelotsgesetz als Dachorganisation aller Lotsenbrüderschaften
1956 Verschmelzung der Lotsenbrüderschaften von Holtenau und Laboe zur Lotsenbrüderschaft NOK II / Kieler Förde mit Umschulung der Kanallotsen auf das Förderevier und der Fördelotsen auf das Kanalrevier
1962 Aufhebung der Zollabfertigung vor Laboe
1963 Auszeichnung des Lotsen Klauke und der Besatzung des Lotsenversetzbootes "Laboe" mit der Rettungsmedaille (Bergung der Besatzung des gekenterten deutschen M/S LOHENGRIN )
1968 Ablösung der schwimmenden Lotsenstation Feuerschiff Kiel durch die ortsfeste Lotsenstation "Feuerturm Kiel" — Überführung der Travelotsen in den freien Beruf und Eingliederung in die Lotsenbrüderschaft NOK II / Kieler Förde / Trave — Übernahme des Überseelotswesens durch den Verein der Überseelotsen e.V. Kiel — Gründung der Fachgruppe Lotsen in der ÖTV
1970 Neueinrichtung des Lotsenwachdienstes und der Aufenthaltsräume im neuen Betriebsgebäude auf der Schleuse — Übernahme des Schiffsmeldedienstes auf der Förde durch die Lotsenbrüderschaft NOK II / Kieler Förde / Trave
1971 Änderung der Altersversorgung der Lotsen
1990 Gründung vom BUNDESVERBAND DER SEE– UND HAFENLOTSEN e.V. (BSHL) in Pinneberg (heutiger Sitz ist Bremerhaven)
2008 Die Verwaltung der Lotsenbrüderschaft zieht von der Schleuseninsel 6 in ihren Neubau in der Schleuseninsel 14
2009 Kapitän Hans–Hermann Lückert wird zum Vorsitzenden der Bundeslotsenkammer gewählt — Kapitän Stefan Borowski wird zum Ältermann gewählt





Lotsbetriebsverein GmbH MV Die Flagge des Lotsenbetriebsverein MeckPom

Wie anfangs ausgeführt, wird die Versetzung der Lotsen in den NeBuLä kommerziell erledigt.

1995 In den neuen Bundesländern wurde die Dienstleistung der Lotsenversetzung öffentlich ausgeschrieben.
1994 Gewinner der Ausschreibung – zunächst beschränkt auf 10 Jahre – war die Buxtehuder Linnhoff–Gruppe, die bereits mit dem Wiking–Helikopter– Service den Lotsenversetzdienst aus der Luft in der Deutschen Bucht betreibt. Auch ab der Station Helgoland wurde vor Jahren mit einem Versetzboot mit Namen MS DEUTSCHEN BUCHT die Seelotsen befördert. Das war immer dann der Fall, wenn wegen Vereisung oder Nebel die Sikorsky–Hubschrauber von Wiking nicht eingesetzt werden konnten.
1995 Gründung des Lotsbetrieb GmbH Mecklenburg–Vorpommern.
Die Lotsbetrieb GmbH Mecklenburg-Vorpommern, "das Taxi zur See", wie sie sich nennt, ist als erster privater Lotsenversetzdienst verantwortlich für die Versetzung der Lotsen für den gesamten Küstenbereich Mecklenburg–Vorpommern. Regelmäßig und nach Bedarf werden die Stationen Timmendorf/Poel, Rostock–Warnemünde, Barhöft und Freest bedient. Das Besetzen und Ausholen der Lotsen wird mit der eigens für diesen Dienst entwickelten Flotte von 5 baugleichen Halbgleitern durchgeführt. Der Einsatz erfolgt rund um die Uhr, Tag und Nacht, Winter wie Sommer – ausgenommen bei geschlossene Eisdecke.

Die Flagge spezifiziert:
weiss / rot = Lotsenfarben
blau / weiss = Vorpommern
blau/gelb/rot = Mecklenburg
Buchstaben LB = Lotsbetrieb

Versetzt werden die Mitglieder der Lotsenbrüderschaft Wismar – Rostock – Stralsund, die nicht über eigene Versetzboote verfügen. Bis zum Jahre 1995 wurden diese Versetzfahrten durch die Flotte des ehemaligen VEB BBB Bagger–, Bugsier– und Bergungssreederei / nachwendlich : Bagger– Bugsier und Bergungsreederei GmbH durchgeführt.
( Weiteres siehe unter : Lotsenbrüderschaft Wismar – Rostock – Stralsund )



Auch die Lotsenbrüderschaft Mecklenburg–Vorpommern verfügt über eine sehr lange, hochinteressante Geschichte:

1220 In einer Postulankarte wird ein Schiff unter dem Flüger des Deutschen Ordens mit einem Letsaghe (Lotse) in der Pommerschen Bucht dargestellt (Conoscimiento de todos los reinos).
1255 Bei der mittelalterlichen Kolonisation Pommerns, die teilweise vom Cisterzienserkloster Eldena ausging, ist bei der Gründung Kolbergs ein Vorläufer des Überseelotswesens erwähnt (Statuum in favorem principum).
1294 Aus einer Urkunde des Pommernherzogs Wartislaw III. wird ersichtlich, dass sich die erste Lotsenstation für die Zufahrt zu den Vorpommerschen Häfen auf der Insel Ruden befunden haben muss.
1304 In einem Bericht über die Allerheiligensturmflut, in welcher große Teile der Insel Ruden weggespült wurden, sind Leytsmannsboote bei der Rettung von Menschenleben erwähnt.
1280 Bis 1468 nachweisliche Durchführung von Lotsendiensten, die mit Beginn der Hansezeit in Stralsund (1280), Greifswald (1350), Rostock (1387) und Wismar (1468) vor allem durch ortskundige Fischer wahrgenommen wurden, z. B. hatten sie von nun an für die Kennzeichnung der Fahrwasser und Untiefen zu sorgen.
1632 Der aus Thiessow stammende Claus Isebarth wird als erster zugelassener Pilot für die Gewässer um Rügen urkundlich erähnt.
1644 Die schwedisch—pommersche Landesregierung erlässt die "Ordnung für die Seefahrenden, die beym Ruden ankommen, und für die Piloten daselbst".
1691 In einer "Erweiterten Ordnung für die Seefahrenden und Piloten beym Ruden , Mönchgut, Tressau, Görne, auf dem Perd und zu Peenemünde" wurden erstmals alle rügenschen Lotsenstationen beschrieben.
1728 Es gerieten die Lotsen von Mönchgut, Ruden und Wolgast unter die Kontrolle der königlichen " Licentkammer ", dem Zollamt in Wolgast. Diese führte nun die Aufsicht über die Lotsung von Schiffen in den rügenschen Gewässern und arbeitete zudem Bestimmungen über die Anstellung von Lotsen aus.
1729 Nun erschienen die Verordnungen über das Lotswesen in Warnemünde und in Stralsund. Als Lotsen sollten nur tüchtige und geschickte, auch der See– und Binnengewässer kundige und wohlerfahrene und nüchterne Leute in Betracht kommen.
1764 Erlass der schwedisch–pommerschen Landesregierung über eine neue Ordnung für die Seefahrer und Piloten.
1803 Am 18.11. erhalten zwei Lotsen vom Ruden für die Rettung von Schiff und Besatzung aus Seenot vom schwedischen König den sehr selten verliehenen Illis (quorum menere labores), die höchste schwedische Auszeichnung.
1815 Mit der Übergabe Vorpommerns an Preußen erfolgte die Einsetzung eines Lotsenkommandeurs in Stralsund für alle auf der Insel Rügen tätigen Lotsen.
1840 Errichtung der Lotsenstation Grieben auf Hiddensee und später Aufbau der Lotsenstation Wittower Posthaus.
1954 Das "Gesetz über das Seelotswesens" tritt in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft.
1866 Stephan Jantzen wird zum Lotsenkommandeur in Warnemünde gewählt. Dieses Amt hat er über 30 Jahre inne. Gleichzeitig war er als Vormann der Rettungsgesellschaft an der Rettung von über 100 Menschen aus Seenot maßgeblich und unter Einsatz seines Lebens beteiligt
1919 Gründung des Deutschen Lotsenbundes am 16. Juli in Hamburg, des ersten Dachverbandes aller deutschen Seelotsen.
1970 Zwischenzeitliche Eingliederung der See– und Überseelotsen von Mecklenburg und Vorpommern in die Bagger–, Bugsier– und Bergungsreederei der DDR.
1984 Verabschiedung der ersten Novelle zum Seelotsgesetz durch den deutschen Bundestag
1990 In Anpassung an das westliche System wird durch die WSD Nord, Kiel eine eigenständige Lotsenbrüderschaft Wismar/Rostock/Stralsund als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet, für die Lotsen allerdings ohne den Lotsenversetzdienst.
Der Lotsenversetzdienst mit den Versetzbooten wurde hierbei komplett durch die Bagger– Bugsier– und Bergungsreederei GmbH übernommen.
Beitritt der Lotsenbrüderschaft WISMAR/ROSTOCK/STRALSUND zur Bundeslotsenkammer in der alle sieben deutschen Lotsenbrüderschaften vertreten sind.
1995 Ab 01. Januar Gründung der Lotsbetrieb GmbH M/V. Die Lotsbetrieb GmbH Mecklenburg–Vorpommern nennt sich zur Abgrenzung von den Brüderschaften "das Taxi zur See" und ist als erster privater Lotsenversetzdienst verantwortlich für die Versetzung der Lotsen für den gesamten Küstenbereich Mecklenburg–Vorpommern. (Siehe vorrherige Darstellung)





WIKING Helikopter–Service Die Flagge des WIKING Helikopter Service

Die in vorherigen Beschreibungen erwähnte Versetzung der Lotsen aus der Luft wird in der Regel in der Deutschen Bucht auf (große) Schiffe mit freiem Deck, also Tanker, Bulker, schwimmende Garagen, aber auch auf große Containerschiffe etc. durchgeführt. Unternehmen der ersten Stunde ist hier die WIKING Helikopter Service GmbH aus Mariensiel/Wilhelmshaven. WIKING hat seine Zuverlässigkeit seit Gründung (1975) mit über 98.000 unfallfreien Flugstunden und über 43.000 Versetzungen kontinuierlich bestätigt. WIKING hält seinen Flugservice bis Windstärke 11 an 365 Tagen im Jahr, 24/7 aufrecht.

1975 Der WIKING Helikopter Service GmbH wurde im August von der VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH, Hamburg, einem Unternehmen der damaligen Preussag AG und dem norwegischen Hubschrauberunternehmen Helikopter Service A.S., Oslo gegründet.
2001 Seit 01. Januar werden sämtliche Gesellschaftsanteile von der Linnhoff– Schiffahrt GmbH & Co. KG gehalten.
Auf dem Flugplatz Mariensiel bei Wilhelmshaven sind der Flugbetrieb mit zentraler Verkehrsleitung sowie der Instandhaltungsbetrieb beheimatet.
WIKING betreibt doppelturbinige Helikopter, die für Flüge nach Instrumentenflugregeln ausgerüstet sind und stets von zwei erfahrenen Berufspiloten geflogen werden. Zur Zeit werden Muster des Typs Sikorsky S–76A+ bzw. S–76A++ und S–76B eingesetzt.
Ursprünglich als reine Unterstützung für den Seelotsenversatz gegründet, fliegt WIKING heute auch für internationale Öl– und Gasfirmen und versorgt die Offshore– Wind–Industrie mit Personal und Material.
Dem Deutschen Havariekommando dient WIKING als luftgestützte Komponente bei Rettungseinsätzen auf See. Auf der Basis Sande–Mariensiel bildet WIKING zusätzlich die bundeseigenen Luftlande –Rettungskräfte aus und zusammen mit der ARGE Küstenschutz gewährleistet WIKING Schutz entlang der deutschen Küste bei Schiffshavarien.
Die Wartung und Instandhaltung der eigenen aber auch fremder Hubschrauber wird mit qualifizierten Prüfern und Mechanikern im eigenen Instandhaltungsbetrieb durchgeführt.
2008 Zusammen mit der AGNF (AG Norden–Frisia) gründet WIKING– Helikopter Service die FRI–KING GmbH — Frisia–Wiking–Offshore–Service




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