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Tischflaggen aus dem Schiffbau der (ehemaligen) DDR und den NeBuLä

Table flags from the shipbuilding industry in the former GDR called New Territories

25 Jahre ist es her, seit die DDR und die BRD zusammengeführt wurden. Kein Bundesbürger hätte vermutet, daß unsere Vordenker und Entscheidungsträger KEINEN Plan für die politische und wirtschaftliche Integration unseres Nachbarstaates in der Schublade hatten – es ist noch heute unverständlich und zeugt von einer gewissen politischen Naivität.
Für jeden Werft–Arbeitsplatz in Mecklenburg–Vorpommern mussten nun zwischen 500.000 und 1 Mio. DMark, kumuliert zwischen 3,5 und 7 Mrd., aufgewendet werden.....

www.MarCollect.de© hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte, längst vergessene Unternehmen anhand ihrer Tischflaggen und anhand ihrer Historien ins Gedächtnis zu rufen und dort wach zu halten.
Nach diesem ersten Vierteljahrhundert der Einstaatlichkeit soll hier der Versuch unternommen werden, aus der inflationären Menge der Tischbanner der DDR–Werften interessante Stücke auszusuchen und mit kurzem geschichtlichen Abriss vorzustellen. Es soll geografisch vorgangen werden, also von Wismar nach Wolgast und an die Elbe.
Hier wird eine freie Auswahl von 27 Tischflaggen und –Bannern aus einer Sammlung von 65 verschiedenen Stücken aus dem Bereich DDR–Schiffbau gezeigt – Explizit die auch schon dem VEB Kombinat Schiffbau zugeordneten 7 Werften – die auch nach der sogen. Wende Tochterunternehmen der DMS – Deutsche Maschinen– und Schiffbau AG, einer Gründung der Treuhandanstalt der Bundesrepublik Deutschland, gewesen sind. Die Werften an der Oder sowie in Berlin, Rechlin und Barth werden hier ebenso nicht berücksichtigt, wie die ebenfalls dem Kombinat Schiffbau und der Bremer Vulkan Verbund AG untergeordneten Zulieferbetriebe.




Tischbanner des AHB SCHIFFSCOMMERZ Ein Tischbanner des Aussenhandelsbetriebes SCHIFFSKOMMERZ
Das "Kombinat Schiffbau" und der "Außenhandelsbetrieb SCHIFFSCOMMERZ"

Die DDR verfügte über eine große Anzahl kleiner und großer Werften. Die Interessen der einzelnen Werften mussten sich ohne wenn und aber den übergeordneten staatlichen Organen unterordnen. Über 40 Jahre lang traten zwangsläufig die sowjetischen Reedereien der See–, Fischerei– und Binnenflotte als Hauptauftraggeber auf und sorgten für eine Grundauslastung der Werften. In großem Umfang waren das in den Anfangsjahren Reparationsaufträge, spä,ter kamen auch Exporte gegen "weiche" Währung oder im Tausch gegen Rohstoffe, sowohl in die UdSSR, als auch in sozialistische Bruderländer hinzu.
1979 Am 1. Januar d. J. wurde das Kombinat Schiffbau geschaffen. Dieses Kombinat hatte die Strukturen eines Konzerns und war Herr über 7 Werften sowie 9 Zulieferbetriebe des Maschinen– und Anlagenbaus und einen Stammbetrieb mit zentralen Forschungs–, Entwicklungs– und Rationalisierungsmittelbasis.
Die Erzeugnisse und Leistungen wurden durch den parallel gegründeten Außenhandelsbetrieb "Schiffcommerz" (für Import und Export) vermarktet.
Offizielle Bezeichnung: Volkseigener Außenhandelsbetrieb SCHIFFSCOMMERZ
Aufgaben des AHB: Exporteur und Importeur für Schiffe, Schiffsausrü,stungen, Schiffsreparaturen und schiffbautypische Leistungen. Niederlassungen wurden in Leningrad, Szczecin und in Hamburg unterhalten.
1990 Im Zuge der politischen Neuordnung in Deutschland wurde das Kombinat Schiffbau mit seinen Werften in die DMS – Deutsche Maschinen– und Schiffbau AG – umfirmiert. Analog wurde der AHB Schiffscommerz in eine GmbH umgewandelt.
Aufgaben nun: Die Schiffscommerz GmbH wurde zum Handelshaus der Deutsche Maschinen- und Schiffbau AG. Sie tritt fortan als Makler, im Auftrag der jeweiligen Unternehmen oder in eigenem Namen auf, tätigt Ein– und Verkäufe und bietet ein breites Sortiment sonstiger Handels– und Beratungsleistungen an.
Neben dem Handel mit Schiffen, Schiffsausrüstungen, Schiffsreparaturen, Lizenzen und know–how sowie anderen schiffbautypischen Leistungen ist Schiffscommerz GmbH beteiligt an :
Repair Service Rostock GmbH, Rostock, Am Fischkombinat 11 — Berliner Wassersport Service GmbH, Berlin, Wendenschlossstrasse 366 — Nordcommerz GmbH, Rostock, Doberaner Str. 44-47
und sie unterhält Büros in Leningrad, Moskau und Szczecin
1993 In diesem Jahre wurden sowohl Schiffscommerz wie DMS von der Treuhandanstalt liquidiert




Die DMS Deutsche Maschinen– und Schiffbau AG, Rostock

1990 Am 1. Juni Gründung der DMS durch die Treuhandanstalt in Berlin.
Die DMS ist Rechtsnachfolger des VEB Kombinat Schiffbau und Mitglied im VSM
Die Bundesregierung kontrolliert die Tätigkeit der Treuhandanstalt im Rahmen der dem Bundesminister der Finanzen obliegenden Fach– und Rechtsaufsicht.
Die Fachaufsicht wird vom Bundesminister der Finanzen im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft und dem jeweils zuständigen Bundesminister wahrgenommen. Die im Rahmen der Rechts– und Fachaufsicht bestehenden Kontrollinstrumente bzw. -instanzen sind ausreichend.

Am 8.6. wurden mit Wirkung vom 1.6. in Berlin durch die Treuhandanstalt die Volkseigenen Betriebe
des Kombinat Schiffbau in 24 Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung umgewandelt und als
Tochterunternehmen der DMS zugeordnet, nämlich :

7 Werften, 10 spezialisierte Maschinenbaubetriebe, 1 E–Technik–Unternehmen,
5 Betriebe für Consulting und Engineering und das Handelshaus Schiffscommerz.

Bei den Werften handelt es sich um diejenigen, die in den Seeschiffbau involviert sind :
1.) die Warnowwerft, Rostock-Warnemünde,
2.) die Volkswerft, Stralsund,
3.) die MTW - Mathias-Thesen-Werft, Wismar,
4.) die Schiffswerft NEPTUN, Rostock,
5.) die Peene-Werft, Wolgast,
6.) die Elbewerft Boizenburg, Boizenburg/Elbe und schließlich
7.) die Rosslauer Schiffswerft, Rosslau/Elbe

Aufgabe der DMS war es, diese 24 Betriebe zu führen und auf westdeutschen Standard umzustellen, sowie möglichst und Arbeitsplatz schonend zu privatisieren.
Vor dem Hintergrund mancher in den Startlöchern stehender Glücksritter und der Brüsseler Bürokratie, konnte das kein leichtes Unterfangen sein.

1992 Es zeichnete sich ein erstes Bild einer über 20 Jahre andauernden chaotischen Entwicklung auf dem Sektor Schiffbau in den NeBuLä ab......
0.)  Die 1991 vorgenommene Verflechtung von Warnowwerft und Neptun–Werft zur Neptun–Warnow–Werft wurde rückgängig gemacht, die Betriebe wieder entflochten.
1.)  Die Warnowwerft ging nach der Entflechtung an Kvaerner, später zur norwegischen Aker Group ASA.
2.)  Die Volkswerft ging an den Bremer Vulkan, kam dann zu Maersk und dann zu Hegemann
3.)  MTW ging an den Bremer Vulkan und kam dann 1996 zu Aker
4.)  Neptun wurde zerschlagen und lebt heute wieder als Meyer–Papenburg–Filiale
5.)  Die Peene–Werft ging direkt an Detlef Hegemann und nach der Insolvenz an Lürssen.
6.)  Die Elbewerft wurde mit der Rosslauer Werft verbunden und ging 1997 vom Markt.
7.)  Die Rosslauer Werft ging auch verschiedene Wege um dann 2007 bei Rönner zu landen.

1993 Nach erfolgter Abwicklung der ex–DDR–Werften wurde die DMS selbst zum 1. April "abgewickelt" bzw. liquidiert.




Die Geschichte der Mathias–Thesen–Werft VEB Wismar/Ostsee


Jubiläums–Banner des VEB MTW Wismar Ein Jubiläums–Banner der MTW Wismar
1946 Am 27. April wurde in Wismar ein Schiffsreparaturwerk der Roten Armee gegründet.
1947 Am 1. Januar Übergabe der Anlage an die ostdeutsche Verwaltung – nun genannt "Landeseigener Betrieb Schiffsreparaturwerft Wismar"
1951 Nach Übernahme der alten Hanse–Werft wurde der entstandene Volkseigene Betrieb zum 31. Oktober in "Hochseeschiffbau Mathias–Thesen–Werft Wismar VEB" umbenannt. In den Folgejahren wurde eine Vielzahl von Hochseeschiffen für die Handels– und Fischfangflotte der DDR, anderer Länder des RGW und den internationalen Markt gefertigt.
1953 Erster Stapellauf für ein Binnenschiff – Reparationsleistung für die UdSSR
1954 Erster Neubau wird abgeliefert – MS V. Chkahlov – Reparationsleistung für die UdSSR
1956 Die Kernwerft ist nach der Planung von 1951 vollendet.
1964 Erstes Fahrgastschiff abgeliefert – MS INAV FRANKO – 750 Passagiere
1966 Erstes Expeditionsschiff abgeliefert – MS AKADEMIK KURCHTOV – an die UdSSR
1968 Inbetriebnahme eines Schwimmdock mit 5.500 t Leistung
1972 Erster "West–Export" – OBC–Frachter BELLA COOLA für Schwedische Rechnung
1980 Erster Neubau für Rechnung einer bundesdeutschen Gesellschaft – MS PAPAGENA
1982 Beginn umfangreicher Modernisierungen, die sich bis 1985 hinzogen, um die Werft auf den aktuellen technischen Stand zu bringen.
1986 Erste Eisenbahnfähre – MS MUKRAN – fertiggestellt.




Ein Standard–Banner der AKER MTW Ein Standard–Banner der Aker MTW

1990 Im Zuge der Wirtschaftsreformen in der DDR wurde am 1. Juni 1990 die Mathias– Thesen–Werft Wismar GmbH gegründet. MTW gehörte ab jetzt zunächst zur Deutsche Maschinen und Schiffbau AG (DMS).
1992 Umbenennung in MTW Schiffswerft GmbH, (MTW jetzt für Meerestechnik Wismar).
1992 Im August d. J. Ü,bernahme der MTW durch die Bremer Vulkan Verbund AG.
1994 Bis in das Jahr 1998 fanden Modernisierungen durch Investitionen in Höhe von ca. 1 Milliarde DM statt und das, obwohl der Bremer Vulkan 1996 Konkurs anmelden musste.
1998 Am 1. Mai übernahm der norwegische Konzern Aker RGI die Werft, die ab dem Zeitpunkt den Namen Aker MTW trug.
2002 Etwa seit der Integration des Kvaerner–Konzerns in die bestehende Unternehmensgruppe Aker Yards, kooperieren die ehemalige Kvaerner Warnow Werft Rostock GmbH und die Aker MTW Werft unter dem Namen Aker Ostsee GmbH.
2007 Im Oktober übernimmt der südkoreanische Konzern stx 39,2 %% der Anteile an Aker Yards und stockt diese bis Ende 2008 auf 100 % auf.
2008 Aker Yards verkaufte 70 % der Antteile an die russische– (ukrainische) Investorengruppe FLC. 30 % blieben in AKER–Besitz. Heute beschäftigt die Werft 1.300 Mitarbeiter und ist so der mit Abstand größte Arbeitgeber in Wismar. Zu den neu gebauten Anlagen in Wismar gehört auch das überdachte Baudock, dessen Halle 72 m hoch, 155 m breit und über 395 m lang ist.
2009 Obwohl hohe Staatshilfen in Anspruch genommen wurden, meldet der heute WADAN– Werft heissende Betrieb Insolvenz an. Versprochene Neubauaufträge aus Russland blieben aus.
2009 Im Sommer d. J. übernahm Vitaly Yusufov, ebenfalls ein "reicher Russe" sowohl die WADAN–Warnow–Werft wie auch die WADAN–MTW und gab beiden den Namen NORDIC–Yards mit dem jeweiligen Affix –MTW bzw. –Warnow GmbH. In abgespeckter Form können so beide Unternehmen zunächst am Markt gehalten werden.




Die Geschichte der Warnow–Werft, (Rostock–) Warnemünde


Standard–Banner des VEB Warnow Werft Ein Standard–Banner der Warnow Werft

1945 Demontage der Krögerwerft (nach der Flucht der Gebr. Kröger gen Westen mit der Folge des Aufbau der Kröger–Werft, Rendsburg und der Husumer Schiffswerft Gebr. Kröger)
1946 16.8. Eintrag ins Handelsregister als Bootswerft Warnemünde. Erste Reparationsaufträge in Form von 17–m–Kuttern für die UdSSR.
1947 Die Bootswerft wurde als "Zweigwerk Warnemünde" der Schiffswerft Wismar unterstellt.
1948 Der SMAD–Befehl 112 vom 23.6. weist die DDR–Behörden an die Werft in Warnemünde wieder zu verselbständigen. Am 1. August erfolgte Umbenennung in "VEB Warnowwerft Warnemünde"
1950 Beginn des Aufbau einer Kernwerft für Schiffe bis 10.000 t (Typ IV)
1955 Die Neubauleistung übertrifft erstmals die Leistungen der Schiffsreparatur.
1956 Stapellauf des ersten Frachtschiffes.
1961 Inbetriebnahme eines Schwimmdock von 11.000–t–Leistung.
1975 Erstes Voll–Containerschiff wird in Warnemünde gebaut.
1988 Inbetriebnahme eines 23.000–t–Schwimmdock für Schiffe bis 75.000 tdw – entspricht der sogen. Panamax–Größe.
1989 Politische Neuordnung in deren Folge u. a. die Werften reorganisiert werden mĆssen.


1991 17. Juni – Verschmelzung mit der Rostocker Neptun–Werft zur Neptun– Warnow–Werft GmbH.
1992 Die Treuhandanstalt entflechtet am 1. Oktober die Neptun–Warnow–Werft. Die Werft in Warnemünde wird von der Treuhandanstalt an den Norwegischen Kvaerner–Konzern verkauft und in Kvaerner–Warnow–Werft GmbH umbenannt. Das Unternehmen bestand also lediglich knapp 16 Monate bevor die Fusion rückgängig gemacht wurde.




Ein Groß–Banner der Warnow Werft GmbH Ein Standard–Banner der Warnow Werft
2002 Beginnend im Februar 2002 waren die Schiffbauaktivitäten der norwegischen Konzerne Aker und Kvaerner zunächst unter der gemeinsamen Managementgesellschaft Aker Kvaerner Yards AS in Oslo gebündelt worden.Unter veränderten Eigentumsverhältnissen wurden diese Aktivitäten in der Schiffbaugruppe Aker Yards ASA vereinigt.
2004 Die Schiffbaugruppe Aker Yards ASA wird ab Juni an der Osloer Börse notiert.
2006 Die Produkte und Dienstleistungen beider Werften wurden seitdem zunächst unter dem Markenzeichen Aker Ostsee angeboten, das im März durch Aker Yards Germany ersetzt wurde.
2003 Seit Anfang d. J. sind verschiedene Aufgabenbereiche auf jeweils einen der beiden Standorte Wismar bzw. Warnemünde konzentriert worden.
2007 Die Werften in Wismar und Rostock–Warnemünde sind Bestandteil der seit März eigenständigen Schiffbaugruppe Aker Yards ASA mit Hauptsitz in Oslo. Der zuvor durch Aker ASA gehaltene Anteil an Aker Yards von 40,1 % wurde vollständig verkauft und ist in Streubesitz gegangen. Im Oktober übernimmt der südkoreanische Konzern stx 39,2 % der Anteile an Aker Yards und stockt diese bis Ende 2008 auf 100 % auf.
2008 Umbenennung beider Werften, sowohl in Wismar wie auch in Warnemünde in AKER OSTSEE YARDS. Ab dem 22. September firmieren die Werften als Wadan Yards, nachdem es zu einer Übernahme durch Russische Interessen gekommen ist.
2009 Am 5. Juni stellten die deutschen Unternehmensteile (Wadan Yards MTW GmbH, Wadan Yards Warnow GmbH, Wadan Yards Warnow Real Estate GmbH, Wadan Yards LNG Technology GmbH, Wadan Yards MTW Real Estate GmbH) Insolvenzanträge beim Amtsgericht Schwerin.
2009 Im Sommer d. J. übernahm Vitaly Yusufov, ebenfalls ein "reicher Russe" sowohl die WADAN–Warnow–Werft wie auch die WADAN–MTW und gab beiden den Namen NORDIC–Yards mit dem jeweiligen Nachnamen MTW bzw. Warnow GmbH. In abgespeckter Form können so beide Unternehmen zunächst am Markt gehalten werden.






Die Geschichte der NEPTUN – WERFT in Rostock


Tischbanner–Variante des VEB Neptun–Werft Ein Tischbanner der Neptun Werft

1850 Am 13.6. gründen der Schiffszimmermann Wilhelm Zeltz und der Maschinenbau –Ingenieur Albrecht Tischbein eine "Eisengießerei – Maschinenbauanstalt und Schiffswerft". Dieses Unternehmen gilt als Ursprung der Neptun–Werft.
1852 Es wurde mit der ERBGROßHERZOG FRIEDRICH FRANZ das erste seegehende, eisernes Dampfschiff Deutschlands abgeliefert.
1858 Nun bereits kamen erste Aufträge aus dem Ausland.
1890 Am 23. Dezember bekam die Werft den Namen "Actien–Gesellschaft Neptun–Schiffswerft und Maschinenfabrik"

1910 Jetzt bereits beschäftige die Werft 1.800 Arbeiter und 75 Beamte (Heutige Bezeichnung : Angestellte)
1928 Es erfolgte die Übernahme der Werft durch die Deschimag ( Deutsche Schiffs– und Maschinenbau AG, Bremen)
1939 Bis 1945 wurde auch die Neptun–Werft wie alle anderen deutschen Werften von der Kriegsmarine beschäftigt. Minensuchboote, Schnellboot–Geleitschiffe und später auch U–Boote waren zu der Zeit die Hauptprodukte.
1944 Die Werft wurde durch Bombenangriffe zu 80 % zerstört.
1945 Demontage durch die sowjetischen Besatzer.
1946 Im Januar wurde Rahmenvertrag für Schiffsreparaturen mit dem Marineministerium der UdSSR abgeschlossen.
1946 Im November ging die Neptun– in das Eigentum und die Verwaltung durch die UdSSR über.
1948 Man begann nun mit dem Ausbau der Werftanlagen.
1952 Am 5. Juni Rück–Übergabe in das Eigentum der DDR als VEB Schiffswerft NEPTUN, Rostock
1953 Großserienbau und Abwicklung von Reparationsleistungen für die UdSSR.
1954 Die Zahl der Beschäftigten erreicht in diesem Jahr 8.885 (!) Mit dem Bau von Spezialschiffen wurde begonnen – Bagger – Eisenbahnfährschiffe – RoRo–Fähren und Mehrzweckfrachter
1978 Ein 8.000–Tonnen–Schwimdock wurde angeschafft und in Betrieb genommen.
1989 Die Werft erhielt zum 1. Januar den Titel "Stammbetrieb des VEB Kombinat Schiffbau"


Tischflagge der "Meyer"–Neptun–Werft Ein Tischbanner der Neptun Werft
1990 Im Rahmen der "politischen Neuordnung", der sorgen. Wende, Privatisierung durch die von der Berliner Treuhand geschaffenen Holding DMS Deutsche Maschinen– und Schiffbau AG – Umwandlung in Schiffswerft "Neptun" GmbH.
1991 Am 17.6. Verschmelzung mit der Warnowwerftzur Neptun– Warnow–Werft GmbH
1992 Zum 1. Oktober Entflechtung und Ausgliederung des Standortes Warnem–nde mit anschließendem Verkauf des Standortes Warnemünde an den Norwegischen Kvaerner–Konzern.
1993 Am 1. März kam es zur Gründung der "Neptun Industrie Rostock NIR"
    20 % des Kapitals werden von Neptun–Managern gehalten,
    80 % des Kapitals gehen an die Hanse–Holding des Bremer Vulkan Verbund.
Der Standort bestand nun aus drei Teil–Unternehmen : Neptun Reparaturwerft GmbH, Neptun Stahlobjektbau GmbH und NIR
1996 Der Bremer Vulkan Verbund musste Insolvenz anmelden so dass die vom BV übernommenen Unternehmen erneut privatisiert werden mussten.
1997 Zu diesem Zeitpunkt wurden die Neptun–Unternehmen von der Papenburger Meyer–Werft übernommen. Nach diversen Umbenennungen – z. B. von Neptun– Reparaturwerft in Neptun Stahlbau (das hatte EU–schiffbaupolitische Gründe) kam es im Jahre 1999.
2005 Jetzt wurden in Rostock zunächst Sektionen für den Papenburger Mutterbetrieb gebaut, doch stieg der Rostocker Betrieb nun groß in den Bau von Fluss– Kreuzfahrtschiffen ein. 2006 Umfirmierung der NEPTUN Stahlbau GmbH in Neptun Werft GmbH.



Die Geschichte der Volkswerft, Stralsund

VEB Volkswerft Variante Ein Standard–Banner der Volkswerft Stralsund

Geschichtlich können hier nur Fragmente aneinander gereiht werden, da wie Historie sehr wechselvoll und umfangreich ist....

Die Wurzeln der Volkswerft Stralsund liegen bei den Gebrüdern Kröger und ihrem Freund Walter Brauer. Drei Freunde, die Brüder Karl und Hans Kröger, sowie Walter Brauer hatten nach praktischer Lehrzeit Schiffbau studiert und auf namhaften Werften in Hamburg und Kiel volontiert. Sie wagten 1928 mit dem Verkauf eines gemeinsam konstruierten und selbst gebauten Segelbootes den Schritt in die Selbständigkeit.........
1934 Zunächst systematischer Ausbau der Werft in Warnemünde und ständiger Zukauf von Gelände.
1939 Bereits 1938 war deutlich geworden, dass eine nochmalige Erweiterung der Werft nicht möglich war und so musste ein zweiter Standort gesucht werden, den man in Stralsund fand (Das Gelände der heutigen Volkswerft). Bis zu 600 Mitarbeiter fanden allein in Stralsund Arbeit. Der Betrieb Stralsund wurde von Hans Krüger geführt.
1945 Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen endete am 1.5.1945 die Geschichte der Krögerwerften in Mecklenburg-Vorpommern. Walter Brauer setzte sich früh morgens mit Familie nach Schweden ab. Hans Kröger, früh aus Stralsund zurückgekehrt, setzte sich mit Bruder Karl und ihren Familien gegen Mittag Richtung Westen ab – mit ihnen ein Teil der Belegschaft – Schiffbaumeister und andere Fachkräfte. Mit mehreren Booten wurde alles was demontierbar und transportierbar war, mitgenommen – Maschinen, Werkzeuge, Lebensmittel.
Am 1. Oktober wurde auf dem Gelände eine Firma namens Ingenieurbau GmbH gegründet.
Am 30. Oktober wurde die Krögerwerft Stralsund offiziell enteignet und das wenige was die Krögers nicht mitnehmen konnten, demontiert. Übrig blieben lediglich die Gebäude.
1946 Am 11. September konnte dennoch von der Ingenieurbau GmbH ein erster 17– Meter–Kutter auf Kiel gelegt werden.


Spitzbanner der Volkswerft GmbH, Stralsund Ein nachwendliches Spitzbanner der Volkswerft
1947 Mit SMA–Befehl Nr. 51 weisen die sowjetischen Besatzer an, die Ingenieurbau GmbH der Hauptverwaltung landeseigener Betriebe zu unterstellen.
1948 Der SMAD–Befehl Nr. 103 befielt, die Werft für eine jährliche Fertigung von 100 (!) Loggern herzurichten und ab 1.1.1949 in Betrieb zu gehen. Am 15. Juni 1948 wird der VEB Volkswerft Stralsund gegründet und in das Handelsregister eingetragen.
1949 Errichtung der Werftanlagen.
1950 im Januar wird der erste von insgesamt 594 Loggern an die UdSSR abgeliefert. Es handelt sich allesamt um Reparationsleistungen für den verlorenen Krieg.
1990 Im Zuge der politischen Neuordnung in Deutschland erfolgt die Umfirmierung des Kombinat Schiffbau und der angeschlossenen Werften in GmbH's – so : in Volkswerft GmbH.
1992 Im Juli d. J. Begrenzung der jährlichen Schiffsneubau–Kapazität der ostdeutschen Werften auf 327000 cGT durch den Ministerrat der Eurpäischen Union mit einem Anteil von 85000 cGT für die Volkswerft.
1993 18. Februar kommt es zur Privatisierung der Volkswerft durch Kauf– und Übernahmevertrag zwischen der Treuhandanstalt und einer Bieter–Gemeinschaft. Am 1.4. übernimmt die Bremer Vulkan Verbund AG die Volkswerft GmbH.
1994 Grundsteinlegung für das wichtige Investitionsprojekt — "Kompakt–Werft".
1996 Durch die Insolvenz der Bremer Vulkan Verbund AG am 28. Februar Einleitung der gerichtlichen Sequestion. Im September Trennung vom Bremer Vulkan Verbund sowie Gründung eines Unternehmens der "Ostseebeteiligungsgesellschaft" mit Anteilen der BvS, des Landes Mecklenburg-Vorpommerns und der Stadt Stralsund.
2005 Aufgrund des wachsenden Bedürfnisses nach größeren Containerschiffen, wurde der Schiffslift auf 270 Meter verlängert und die Absenk–Kapazität auf 25.535 t erhöht.
2007 Die Hegemann–Gruppe (Detlef Hegemann — Roland–Werft — Peene–Werft u. a.) kauft von A. P. Møller die Volkswerft.
2010 Hegemann hat in den vergangenen drei Jahren alles daran gelegt, den modernen Standort Stralsund auf dem neuesten technischen Stand und damit als eine der ersten Adressen am Markt zu halten. Dennoch reichten Aufträge und Mittel nicht dazu aus, die Werft auskömmlich zu betreiben. Aufträge brachen weg oder mussten zu nicht die Kosten deckenden Preisen hereingenommen werden. Zudem drehten die Banken den Geldhahn ab. Es kommt im März zur Verschmelzung mit der Konzerneigenen Peene–Werft zur neuen P+S Werften GmbH & Co. KG in Wolgast mit Verwaltungsstandort Stralsund. Hegemann hält hieran allerdings lediglich noch 7 % — 93 % hält die HSW Treuhand und Beteiligungsgesellschaft.
Die Stammwerft–Rolandwerft, Bremen wurde zwischenzeitlich von Lürssen übernommen.
2012 Die Werften in Stralsund und Wolgast hatten Ende August Insolvenz angemeldet, nachdem Land und Bund eine Rettungsbeihilfe gestoppt hatten. Rund 1.100 der einst 1.750 Mitarbeiter wechselten am 1. November in eine Transfergesellschaft.
2013 Die Bremer Lürssen–Werft übernimmt die Wolgaster Peene–Werft mit 360 Mitarbeitern. Der Gläubigerausschuss der insolventen P+S–Werften genehmigte den Verkauf zum 1. Mai.
2014 Die Volkswerft GmbH wurde im Juni vom Betreiber der Nordic–Yards, Vitaly Yusufov, übernommen und den Nordic–Yards angegliedert.




Die Geschichte der Peene–Werft in Wolgast an der Peene


VEB Peene Werft, Wolgast –Variante– Ein anderes Standardbanner der Wolgaster Peene Werft

1948 Am 7. Juni erging der SMAD–Befehl Nr. 103, in Wolgast bis zum 20.6. eine Werft für die Endmontage zugelieferter Schiffsteile zu errichten. Hierzu standen Gebäudefragmente der Baltischen Flotte und der Einheit Koslow zur Verfügung. Alles andere fehlte – keine Lkw, kein Zement, kein Bauholz, keine Rammpfähle, keine Werkzeuge, ungenügende Personalzuweisung......
1949 Im Januar traf der erste "Seiner" (Fischfangschiff von 29 m Länge) von der Werft Bolle in Derben ein. Er konnte trotz aller Schwierigkeiten am 2.6. an die UdSSR abgeliefert werden. Im Mai kam der erste Logger von der Elbewerft, Boizenburg zur Fertigstellung.
1951 Auf der neuen Werft wurde die Slipanlage fertiggestellt.
1953 Die Peene–Werft erhielt Aufträge der DSR zum Bau von Kümos.
1954 Auf der Werft wurde eine Hebe– und Absenkanlage für Schiffe bis 105 Meter Länge und 2.100 Tonnen Gewicht installiert und bis Jahresende fertiggestellt.
1955 Im Juli wurde ein erstes Kümo an die die DSR abgeliefert.
Im August erfolgte die Übergabe eines ersten Minen–, Lege– u. Suchschiffes an die VoPo See übergeben.
1956 Unterstellung der Werft unter das Amt für Technik.
1960 Die Peenewerft wieder rückungterstellt zur VVB Schiffbau.
1974 Ablieferung des ersten Eimerkettenbaggers aus Peene–Produktion.
1986 Aufnahme des Export von Kriegsschiffen in die UdSSR




Peene Werft als Teil der P+S–Werften Eine Tischflagge der P + S — Werften für die Peene Werft


1990 Im Rahmen der Privatisierung nach der politischen Neuordnung in Deutschland wurde die Peene–Werft — wie alle anderen DDR–Werften auch — eine Tochter der DMS Deutsche Maschinen– und Schiffbau AG mit Sitz in Rostock.
1992 Die Peene–Werft war die erste erfolgreiche Privatisierung – sie wurde Stammwerft der Bremer Hegemann–Gruppe und ist eine der erfolgreichsten und modernsten Kompaktwerften Europas.
Hegemann baut hier alles — Forschungsschiffe, Militärschiffe aller Art, Containerschiffe — was der Markt immer wünscht..............
Auch als Reparaturwerft zeichnet sich der Wolgaster Betrieb aus — sowohl für zivile Tonnage, wie auch für militärische Einheiten.
2005 Detlef Hegemann verstand es, jeden einzelnen seiner Schiffbaubetriebe zu einer eigenständigen Profiteinheit auszubauen und insgesamt sein "Werft–Imperium" zum modernsten und schlagkräftigsten Unternehmen seiner Art in Deutschland auszubauen. Die Vertiefung der Zufahrt zur Peene–Werft von 6,50 Meter auf 7.50 Meter sicherte die Arbeitsplätze der dortigen 759 Mitarbeiter.
2007 Hegemann übernimmt von APM-Maersk deren Volkswerft GmbH in Stralsund und baut damit die Synergieeffekte aus.
2008 Die Instandsetzung havarierter Marineschiffe sicherten die Arbeitsplätze ebenso wie der Neubau von Staats– und Landeseinheiten wie beispielsweise das Fischereischutzboot SEEFALKE.
2009 Nun kam auch die Krise über die Hegemann–Gruppe und es wurden Staatsbürgschaften notwendig um Standort und Arbeitsplätze zu sichern.
2010 Im Juni kommt es unter dem Namen P+S—Werften zu Verschmelzung der Hegemann–Ostwerften in Wolgast und Stralsund. Allerdings hält Hegemann nun lediglich noch einen Kapitalanteil von 7 % an dieser Gruppe, wogegen die restlichen 93 % von der HSW Treuhand und Beteiligungsgesellschaft gehalten werden.
2012 Die P+S —Werfen melden Insolvenz an.
2013 Die Bremer Lürssen–Werften–Gruppe übernimmt die Wolgaster Peene–Werft mit 360 Mitarbeitern. Der Gläubigerausschuss der insolventen P+S–Werften genehmigte den Verkauf zum 1. Mai. Mit dem Verkauf des Wolgaster Schiffbaubetriebes werden die vorpommerschen P+S–Werften aufgespalten.
2014 Die Volkswerft GmbH wurde im Juni vom Betreiber der Nordic–Yards, Vitaly Yusufov, übernommen und den Nordic–Yards angegliedert.




Ein Abriss zu den Werftnamen der übernehmenden russischen Investoren


Tischflagge der Nordic Yards Eine Tischflagge der Nordic Yards

Wadan Yards entstand durch den Verkauf der beiden deutschen Werften in Wismar und Rostock–Warnemünde sowie der Werft im ukrainischen Mykolajiw vom norwegisch / koreanischen Unternehmen STX Europe (vormals: Aker Yards) an die russische Investmentgesellschaft FLC West.
2008 Im März verkaufte Aker Yards die Mehrheit an den beiden deutschen Werften sowie an der Werft im ukrainischen Mykolajiw an die russische Investmentgesellschaft FLC West, die von den Geschäftsleuten Andrei Burlakow und Jewgeni Sarizki kontrolliert wird. Die drei Werften wurden Teil des neuen Gemeinschaftsunternehmens Aker Yards Ukraine Holding, an dem FLC West 70 % und Aker Yards mit 30 % der Anteile besitzen. Die Transaktion trat rückwirkend zum 1. Januar in Kraft. Der Kaufpreis betrug 248,9 Mio. Euro.
Ab dem 22. September firmieren die Werften als Wadan Yards.
Bestandteil der Vereinbarung zwischen STX Europe und FLC West sind Verträge über vier Containerschiffe, die für eine Lieferung im Jahr 2010 vorgesehen waren. Die Vereinbarung beinhaltet weiterhin eine Option für Wadan Yards auf eine 21,3–Prozent–Beteiligung am finnischen Technologie–Unternehmen Aker Arctic, an dem STX Europe bisher (per 2008) 71,4 % hält. Der Hauptsitz des Verbunds befindet sich mit der Holding Wadan Yards Group AS in Oslo. Büros werden auch in Moskau und St. Petersburg arbeiten. Die drei Werften der Gruppe heißen jetzt Wadan Yards MTW GmbH (in Wismar), Wadan Yards Warnow GmbH (in Warnemünde) sowie Wadan Yards Okean OJSC (in Mykolajiw).
2009 Am 5. Juni stellten die deutschen Unternehmensteile – Wadan Yards MTW GmbH, Wadan Yards Warnow GmbH, Wadan Yards Warnow Real Estate GmbH, Wadan Yards LNG Technology GmbH, Wadan Yards MTW Real Estate GmbH – Insolvenzanträge beim Amtsgericht Schwerin.
Zum Insolvenzverwalter wurde der Schweriner Anwalt Marc Odebrecht, Mitglied der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt.
Mitte August konnte der Insolvenzverwalter einen Käufer für die Werften und ihre Vermögensgegenstände präsentieren. Der Leiter des Moskauer Nordstream–Büros Vitaly Yusufov, Sohn des früheren russischen Energieministers und Gazprom Aufsichtsrats Igor Yusufov erwarb die Werften über die durch ihn ins Leben gerufene Nordic Yards für ca. 40,5 Mio. Euro. Der Gläubigerausschuss genehmigte den Verkauf rückwirkend am 17. August 2009. Yusufov kündigte an, die Hälfte der rund 2.500 Stellen zu erhalten. Für 1.200 Beschäftigte gab er eine Beschäftigungsgarantie ab. Die insolventen Gesellschaften der deutschen Wadan Yards sind nach dem Verkauf aller Vermögensgegenstände jetzt eine juristische Hülle ohne Inhalt, über die die Wadan–Gläubiger abgefunden werden. Sowohl die WADAN–Warnow–Werft wie auch die WADAN–MTW bekamen den neuen Namen NORDIC–Yards mit dem jeweiligen Nachnamen –MTW bzw. –Warnow GmbH. In abgespeckter Form können so beide Unternehmen zunächst am Markt gehalten werden.
2014 Zum 1. Juni übernimmt die Gruppe Nordic Yards die lange insolvente Volkswerft GmbH in Stralsund. WADAN YARDS ist damit größter Werftstandort in MeckPom – Wismar, Warnemünde und Stralsund.




Die Geschichte der Rosslauer Schiffswerft in Roßlau/Elbe


Tischflagge der
Roßlauer Schiffswerft GmbH Eine Tischflagge der Rosslauer Schiffswerft GmbH

1844 Die Gebrüder Sachsenberg gründen in Rosslau eine Maschinenfabrik.
1866 Der Maschinenfabrik wird eine Schiffswerft angeschlossen, die bei Elb–km 256, unterhalb der Roßlauer Elbbrücke angelegt wird.
1869 Mit der HERMANN wird der erste Seitenrad–Frachtdampfer abgeliefert.
1893 Umfirmierung in Gebrüder Sachsenberg GmbH und Bau einer Kesselschmiede
1908 Umfirmierung in Gebrüder Sachsenberg AG
1938 Beginn der Produktion für die Kriegsmarine — bis 1945 mehr als 600 Motorboote für die Landungspioniere.
1946 Völlige Demontage durch die sowjetische Siegermacht, aber Neugründung als "Roßlauer Schiffswerft Gesellschaft der Provinz Sachsen mbH"
1948 Umgründung in VEB Roßlauer Schiffswerft. Die Maschinenfabrik wurde ausgegliedert, die Kesselfabrik nicht wieder aufgebaut.
1949 Im Mai wird ein erster "Seiner" als Reparationsauftrag an die UdSSR abgeliefert.
1953 Aufnahme des Baues von Eimerkettenbaggern.
1962 Erstes Seitenrad–Ausflugsschiff für die Weiße Flotte Dresden gebaut.
1965 Entwicklung von Binnen–Schubschiffen — Ab August erste Fischkutter für den Export abgeliefert.
1966 Erster Heckfänger, der Kutter STRALSUND abgeliefert.
1970 Zusammenschluss mit dem VEB Elbewerft Boizenburg als : "Betriebsteil Roßlau des VEB Elbewerft Boizenburg"
1977 Ablieferung des größten jemals in Roßlau gebauten Schiffes. Großserien für die Binnenflotte der UdSSR bestimmten bis 1989 das Werftprogramm.
1990 Im Zuge der politischen Neuordnung in Deutschland ( sogen. "Wende") Verselbständigung der Werft als Roßlauer Schiffswerft GmbH innerhalb der Holding DMS AG
1991 Am 7. September 125jähriges Werftjubiläum und Ablieferung des MS SUN an die Reederei SUNSHIP / Manfred Lauterjung, Emden. Ablieferung des Kümo MS RYSUM an Reederei Werner Bockstiegel, Emden. Im Dezember folgte die Ablieferung des Kümo MS SAAR an Lauterjung.
1992 Bis zum 31.12. war die Werft noch nicht privatisiert, noch eine Tochter der DMS.
1993 Es soll in den Folgejahren unterschiedliche Eigentumsverhältnisse gegeben haben. Auch soll die Umprofilierung auf Stahlhochbau und Stahlbau mit maschinenbaulichen Elementen eingeleitet worden sein.
Es war dann wohl der Bremerhavener Schiffbau–Unternehmer Dieter Petram oder vielleicht eher sein Geschäftsführer, Hans–Jürgen Voigt, der seinen Nutzen aus dem Unternehmen ziehen zu können glaubte. Verschiedene, nicht manifestierte Dubiositäten brachten in Verbindung mit der allgemeinen Wirtschaftlage die RSW in echte Turbulenzen.
Neben Zulieferteilen für den Schiffbau, z. B. Fahrstuhlschächte für Passagierschiffe, Stabilisatorenanlagen, Lukendeckel, Kranausleger werden schwere und leichte Stahlkonstruktionen angeboten.
1997 Mit dem Bau des 106 m langen und über 900 t schweren Mittelteils der Elbüberquerung der Autobahn A9 bei Vockerode erfolgte im Jahr 1997 der Einstieg der Roßlauer Schiffswerft in ein neues Betätigungsfeld, den Bau schwerer Stahlbrücken.
2007 Um diesen Zeitpunkt herum muss die RSW dann unter das Dach der RÖNNER –Gruppe gekommen sein, einem Unternehmen, das aus einer Reihe von "Problemunternehmen" eine florierende Stahl– und Schiffbau–Gruppe geformt hat.
Heinrich Rönner (10 Unternehmen + Minderheitsbeteiligungen) und Dieter Petram (MWB usw.) beide aus Bremerhaven.......sind in vielen Bereichen Geschätspartner........




Die Geschichte der Elbewerft in Boizenburg/Elbe
das Schiffbauunternehmen mit wohl den meisten und umfangreichsten Umfirmierungen

1793 Am 1. Mai gründete Franz Jürgen Lemm in Boizenburg einen Bootsbaubetrieb der bis zum Jahre 1917 in Familienbesitz blieb.
1917 Verkauf der Lemm–Werft an ein Hamburger Finanzkonsortium und Umfirmierung in Elbewerft GmbH, Boizenburg
1918 Zusammenführung mit der Hamburger Norderwerft GmbH und gemeinsame Firmierung als Vereinigte Elbe– und Norderwerft AG.
1921 Abermalige Umfirmierung in Norddeutsche Union–Werke AG Hamburg, Werk Boizenburg
1926 Nun neu : Boizenburger Werft und Fahrzeugfabrik Mahr & Co. GmbH Boizenburg. Erweiterter Produktionszweig : Spezialfahrzeuganhänger, Boote mit Transportwagen für die Pioniereinheiten der UdSSR.
1935 Modernisierung und Neufirmierung als Thomsen & Co. GmbH Werft, Fahrzeug– und Maschinenfabrik.
1939 Einsatz für die Kriegsmarine — näheres ist nicht bekannt.
1945 Der Betrieb wurde unter Treuhandverwaltung der UdSSR gestellt – erste Reparationsaufträge waren abzuwickeln.
1947 SMA–Befehl Nr. 51 : Die Werft und Fahrzeugfabrik Boizenburg wird Landeseigentum.
1948 Am 1. Juli Überführung ins Volkseigentum : neuer Name VVW Elbewerft Boizenburg VEB In den nächsten Jahren werden Reparationsleistungen für die UdSSR gefertigt.
1960 Nun werden auch Küos und Binnenschiffe für die DDR–Flotten und den Export gebaut, sowie Fischkutter, kleine Trawler und Froster.
1970 Zusammenschluss mit der Roßlauer Schiffswerft zum VEB Elbewerften Boizenburg/Roßlau mit Sitz in Boizenburg.
1973 Erstes Binnenfahrgastschiff für die UdSSR abgeliefert.
1990 Die sogen. "Wende" soll die Wende bringen....Die Elbewerften Boizenburg/Roßlau werden wieder entflochten. Neu : Elbewerft Boizenburg GmbH als DMS–Tochter.
1993 Die Treuhandanstalt beschließt die Privatisierung zu Gunsten der Gruppe PETRAM/Brand (?)
1998 Ende des Jahres musste die Elbewerft Boizenburg GmbH Insolvenz anmelden. Es war vorgesehen, die Werft zusammen mit der MTW, Wismar an Aker zu verkaufen, was aber von den EU–Strategen in Brüssel nicht genehmigt wurde. Im August besetzten die Mitarbeiter die Werftanlagen. Rund 300 Mitarbeitern drohte die Arbeitslosigkeit wenn Ende des Monats das Konkursausfallgeld auslief.
2007 Zum 1. Juli Übernahme durch die BVT, einem Unternehmen der Rönner–Gruppe, die auch bereits die Roßlauer Schiffswerft und den Stahlbau Dessau übernommen hatte.




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