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Tischflaggen – Geschichte
Wissenswertes und Interessantes rund um Flaggen und Fahnen

Die "Gilde" der Sammler von Tischflaggen stellte sich bis etwa zur Jahrtausendwende noch als durchaus überschaubar dar - man kannte sich.........
Anhand des "Barometers" eBay, aber auch anhand von Unternehmensaussagen, die zunehmend mit Bitten um eine Tischflagge konfrontiert werden, ist festzustellen, daß der Kreis der Sammler sich ständig vergrößert.
Sich mit seinem "Objekt der Begierde" näher auseinanderzusetzen kann da sicher nicht schaden....... www.MarCollect.de © möchte aus diesem Grunde für all die jenigen, die sich tiefer mit unserem schönen Hobby beschäftigen, ein wenig Flaggenkunde betreiben.........

Grob unterscheiden wir zunächst einmal zwischen
> FAHNEN,
> FLAGGEN,
> WIMPELN (Stander) und
> BANNERN.

FAHNEN    eigentlich ein Relikt der Vergangenheit.......
Fahnen waren, oder sind, an eine (Fahnen–) Stange "genagelt", also fest mit ihr verbunden.

FLAGGEN   heute die Regel, sind über entsprechende Beschläge mit Leinen beweglich und austauschbar am (Flaggen–) Stock befestigt. Sie sind in ihrer Größe frei und flexibel. Das Format ist in der Regel viereckig – ob rechteckig oder quadratisch–, horizontal oder vertikal bedruckt.

WIMPEL    auch als Stander bekannt, sind eine dreieckige Spielart der Flagge, allerdings auch in mehreren Varianten, so z. B. mit einer (Stander) oder zwei (Doppelstander) "Spitzen" am Flugteil.

BANNER   bestehen in der Regel aus Flaggentuch mit fester Einlage und hängen senkrecht am Flaggenstock. Sie können 4–oder auch 3–eckig sein - also flaggen– oder (überwiegend) wimpelförmig. Die umlaufende Zierkordel endet in der Aufhängeschlaufe.
(Die Banner waren und sind eine Domäne des Ostblocks. Die Unternehmen der UdSSR, Polens, Czechiens, der DDR usw. haben auf diesem Gebiet eine beachtliche Kreativität an den Tag gelegt.)

STANDARTE um auch diese noch zu erwähnen, ist eine meist quadratische, an einem Galgen befestigte Fahne. Sehr aufwändig verarbeitet und aus edlen Materialien bestehend, war sie ein Relikt berittener Truppen (Kreuzzüge)
Heute ist die Standarte ein Relikt der Staatsoberhäupter. Allerdings auch große und reiche Vereine leisten sich häufig eine Standarte. (Meist sind es Musik-Züge, Traditions- und Schützen-Vereine.)

Flaggen in der Schiffahrt tauchten erstmals im frühen 18ten Jahrhundert auf. Es waren fiskalische Flaggen auf Rhein und Donau.
Hausflaggen oder auch Reederei-Flaggen auf Binnengeässern lassen sich nicht genau terminieren. Es scheint aber gesichert zu sein, daß die erste Kontor-oder Hausflagge die des Pioniers der deutschen Binnenschiffahrt, Mathias Stinnes, gewesen sein dürfte. Sie scheint aus dem rot-weißen Signalwimpel hervorgegangen zu sein.

Mit der Ausdehnung der Binnen-und See-Schiffahrt wurde es notwendig, die noch (auf Entfernung) weitestgehend gleich aussehenden Schiffe frühzeitig unterscheiden zu können. Das war wohl der Zeitpunkt - 1830 / 1850 - zu dem Reederei-Hausflaggen größeren Umfanges geschaffen wurden. In der Regel waren die Anfangsbuchstaben der Reedereien oder der Reeder auf Farbkombinationen abgebildet. Andere Symbole, mit Ausnahme von Kreuzen - Hansekreuz oder Maltheserkreuz in vielen abgewandelten Formgebungen - oder auch Rauten, waren eher selten.

Abschließend eine kleine Spezifikation der Flagge als solcher :

Das Flaggentuch wird zur Erklärung zunächst einmal geviertelt, dann bezeichnet man
das obere linke Viertel als das " obere Liek ",
das untere linke Viertel entsprechend als das " untere Liek ",
das obere rechte Viertel ist das " obere Flugteil " und
das untere rechte Viertel entsprechend das " untere Flugteil ".

Andererseits ist das Flaggentuch aber auch zu halbieren, dann nämlich bezeichnet man
die linke Hälfte als " Liekteil " und
die rechte Hälfte als " Flugteil ".

Das obere Liekteil eines Flaggentuches wird auch als "Gösch" (*) bezeichnet.
(*) Als Göschflagge wird auch die am Schiffsbug gefahrene kleine Flagge des Heimathafens bezeichnet.
Einige Unternehmen - am Beispiel der deutschen ATLANTK-Rhederei, des ehem. Lloyd Brasileiro oder auch der ehem. Stockholm Rederi SVEA - bringen in die "Gösch" ihrer Hausflagge noch die verkleinerte Abbildung einer weiteren Flagge - überwiegend die Abbildung der Nationalfarben.
Meist nimmt diese Abbildung eine Größe von etwa zwei Dritteln der Gösch ein.

Man sieht an diesen wenigen Ausführungen, daß eine Fahne oder eine Flagge nicht einfach nur ein buntes Stück Stoff ist.
Es entwickelte sich im Laufe der Jahre unter dem lateinischen Namen "Vexillologie" (Vexillum = Stofffahne) eine Wissenschaft, die sich seit dem Jahre 1959 regelrecht etabliert und organisiert hat.

Zu diesem Thema gibt es einige interessante Links, wie etwa

Wikipedia (1) oder
Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde oder auch
Wikipedia (2)

um nur diese einmal zum Studium anzubieten.

Darüberhinaus ist die Führung von Flaggen auf See- und Binnenschiffen im Flaggenrechtsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Oktober 1994 (BGBl. I S. 3140), zuletzt geändert durch Artikel 326 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 ( BGBl. I S. 2407) geregelt. Die Grundlagen können bei google im Internet unter

www.gesetze-im-internet.de

nachgelesen werden.
Im Freizeitbereich sind auch andere Regelungen zu beachten beachtet, so z. B. die von Organisationen wie etwa die "yachtgebräuchliche" Flaggenführung auf Yachten und Booten.

....und nun noch zu den Tischflaggen speziell

Sind die Fahnen bereits viele Jahrhunderte alt, Flaggen hingegen kenne wir erst seit ca. zwei Jahrhunderten, so sind die Tischflaggen als maritime Werbeträger ganz offensichtlich erst nach dem 2. Weltkrieg in Umlauf gekommen.

Tischflaggen (wie auch Hißflaggen) werden nicht mehr ausschließlich von den Reedereien verwendet. Werften, Makler u.a., bis hin zu Spediteuren und Verladern bedienen sich heute dieses Werbeträgers.
(Auch zur Produktwerbung werden Fahnen herangezogen - Tischflaggen auch, aber eher weniger. Für dieses Segment der Produktwerbung entwickelte man aber eine senkrechte Variante, die dort häufiger zur Anwendung kommt, als die in der Schiffahrt bekannte, waagerechte Hiß-Flagge .)

Tischflaggen sind deckungsgleich mit den Hausflaggen der maritimen Unternehmen, im Reedereigeschäft aber nicht ungedingt auch mit der "Schornsteinmarke", diese kann vom Flaggensymbol abweichen.

Je nach nationalem Standort des Hauptsitzes eines Unternehmens, sind die Maße des Flaggentuchs als " landestypisch " anzusehen. So ist Standard in Deutschland eine Abmessung von 25 x 15 cm an ca. 42 cm hoher Holz-oder (seltener) Metallstange- und Teller - Teller neutral, vereinzelt bedruckt. "Früher" waren auf die Teller Metallschildchen mit den Reedereinamen aufgenagelt. Das war sehr stilvoll, aber für die heutige Zeit zu teuer.

In den Niederlanden, in Großbritannien und auch in den USA werden vielfach Miniaturflaggen aus Kunstfaser, Kunststoff oder gar Papier verwendet - Abmessung etwa : 16 x 11 cm.

Der Ostblock gibt meist Banner heraus - überwiegend in hängender Wimpelform und oft aus Karton oder einem versteiften Leinenmaterial, mit einem Folienüberzug.

Aus Finland kommen vielfach " Luxusflaggen " - vielformatig, rechteckig als Hißflagge, oder hängend als Banner, seltener wimpelförmig, aber meist mit Fransen und " Bömmelkes " und in der Regel an einem Metallmast mit Marmorfuß........der absolute Luxus.
Einfachere Ausführungen bestechen durch Design und Abmessungen von etwa 19 x 14 cm, haben aber auch meist einen Metallstock mit Marmorfuß.
Diese Ausführungen sind auch aus Norwegen bekannt, wohingegen die Dänen und Schweden meist auch die von mir als "deutsches Standardmaß" bezeichneten 25 x 15 cm-Flaggen verwenden.

Es soll in deutschen Schiffahrtskreisen Bestrebungen geben, den Werbeträger "Tischflagge" gänzlich vom Markt zu nehmen. Leider ist diese Praxis in einigen außerdeutschen Ländern schon vorzufinden - so in Großbritannien oder auch in Polen.

Wollen wir Sammler hoffen, daß genau das in Deutschland niemals passieren wird -
zumindest nicht in größerem Rahmen !

......und nun noch ein besonderes Anliegen........

Aufgestellte Tischflaggen sollte man zu ihrem Schutz - oft sind es im Wert unschätzbare Einzelstücke, die man nie wieder sehen oder bekommen wird - mit einem Folienschweißgerät in klare Gefrierfolie einschweißen und erst dann aufziehen. Licht und Staub zersetzen die Flaggen im Laufe der Zeit - und das ganz besonders in Raucherhaushalten. !!

Und.... man sollte sich hüten, die Tischflaggen zu waschen !.

Selbst bei Handwäsche und Feinwaschmittel ist der augenblickliche Zerfall von alten Seidenflaggen vorprogrammiert. Dieses ist eine eigene, traurige Erfahrung.

Diese hier als Grafik abgebildete Scan-Bras-Flagge aus einem Gemeinschaftsdienst der Brasilianischen Reederei ALIANCA mit dem Lloyd Brasileiro von der selbst die Reederei-Mutter ALIANCA zu Zeiten ihrer Eigenständigkeit ( sie gehört ja bekanntlich seit 1998 zur Gruppe Oetker/Hamburg-Süd ), 1992, lediglich noch 2 Exemplare im Archiv hatte, ging der Sammlung auf diese Weise unrettbar verloren - sie zerfiel in der Hand, noch am Waschbecken.......das war im Jahre 1991....... ......18 Jahre später, im Jahre 2009 gelang es einem Hamburger Vexilologen den Verantwortlichen bei der "heutigen" Alianca in Hamburg zu überreden, eines der zwei Exemplare für diese Sammlung zur Verfügung zu stellen...... Großer Dank ist beiden auf ewig gewiss.......

..... also bitte, liebe Tischflaggensammler–Kollegen, überlegen Sie genau, welche Flagge (Material) sie waschen, womit Sie sie waschen und ob es denn wirklich sein muss......lieber gleich einschweissen.


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